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Jakutien: Der sibirische Riese und die kleinen Völker

Die Republik Sachá (Jakutien) ist so, wie jedeR im Westen sich Sibirien vorstellt: weit, unvorstellbar kalt, fast leer und isoliert. Doch das Gebiet von der zehnfachen Größe Deutschlands ist reich an Bodenschätzen: Diamanten, Gold und Wasserkraft geben Sachá ein großes Gewicht gegenüber der Zentrale in Moskau. Gleichzeitig vernichten sie Jagdgebiete, Fischgründe und Weideländer. Atomtests führten zu radioaktiver Verseuchung weiter Gebiete. Neben Jakuten (Sachalar) und Russen bewohnen auch fünf `kleine Völker' den Norden der Republik: Jukagiren, Ewenen, Ewenken, Tschuktschen und Nganasanen sind die `Ur-UreinwohnerInnen' Jakutiens und gehen vielfach noch der traditionellen Lebensweise als RentierzüchterInnen, FischerInnen und JägerInnen nach. Keine Region in Rußland garantiert den indigenen Völkern mehr Rechte und hat sich ihren Schutz mehr auf die Fahne geschrieben als die 3 mio. km2 große Republik Sachá, die 1991 ihre Souveränität erklärte. Dennoch ist in der Praxis längst nicht alles Gold, was glänzt.

Über Gegenwart und Perspektiven des `sibirischen Riesen', über seine Stellung in der Russischen Föderation und das Verhältnis zu seinen Völkern berichtet die jakutische Ethnologin Anna Gossmann.

Datum: 21.01. 1997