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Zum Internationalen Tag der Indigenen Völker 2016

Indigene Völker fordern das Recht auf Bildung sowie die Anerkennung der eigenen Kultur und Territorien

Köln und Frankfurt am Main, 9. August 2016. Der Internationale Tag der Indigenen Völker ist dem Recht auf Bildung der indigenen Bevölkerung gewidmet, das durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Konvention-Nummer 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und durch den Artikel 14 der Erklärung der Vereinten Nationen (UN) über die Rechte Indigener Völker geschützt wird.

Auch die im letzten Jahr verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDGs) fordern den gleichberechtigten Zugang zu allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung für alle Menschen. Darüber hinaus wird in einem Unterziel (SDG 4.7) festgestellt, dass Kultur eine grundlegende und transformierende Dimension der nachhaltigen Entwicklung darstellt. Aus der Hintergrundinformation der UN zum Tag der Indigenen Völker 2016:

„Der Bildungssektor ist ein besonderer Bereich, der nicht nur die historischen Misshandlungen, die Diskriminierung und die Marginalisierung, denen indigene Völker unterworfen waren, widerspiegelt, sondern auch ihren fortwährenden Kampf für Gleichberechtigung und die Respektierung ihrer Rechte als Völker und Individuen.“

Unterschiedliche kulturelle Werte und spirituelle Traditionen bilden die Grundlage der Beziehungen zwischen Mensch und Natur, die umfassend berücksichtigt und respektiert werden müssen. Noch immer muss für diese Grundlage hart gekämpft werden:

In Peru in der Regenwaldregion Loreto widersetzen sich indigene Gemeinschaften der Umwandlung der Zona Reservada Yaguas in einen Nationalpark, womit ihnen den Zugang zu ihren angestammten Ländereien verwehrt würde. Das Land stellt nicht nur die Grundlage ihres Lebensunterhalts dar, sondern auch die Basis ihres traditionellen Wissens und ihrer Wissensvermittlung. Die indigenen Organisationen fordern die Schaffung einer Reserva Comunal, verwaltet durch die Gemeinschaften selbst. Wir unterstützen diese Forderung uneingeschränkt!

In Surinam feiern an diesem 9. August der Staat und die indigene Bevölkerung den zehnten Nationalen Feiertag für die Indigenen Völker. Dieser besondere Tag drückt den Respekt gegenüber den indigenen Völkern Surinams aus, den sie nach vielen Jahren der Gewalt gegen sie selbst, ihre Unterdrückung und Verfolgung in ihrem eigenen Land durchgesetzt haben. Wir beglückwünschen unsere indigenen KollegInnen zu diesem Erfolg!

 

In Brasilien haben die Umweltbehörden kürzlich die Lizenz für das Staudammgroßprojekt São Luiz do Tapajós verweigert, weil Studien zu den Auswirkungen auf die Umwelt und die lokalen indigenen Gemeinschaften der Mundurukú fehlten. Dies zeigt wie wichtig der Einsatz und Widerstand ist, und vor allem, dass er erfolgreich sein kann!

 

Wir − INFOE und das Städtenetzwerk Klima-Bündnis − rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Stimmen und Forderungen der indigenen Völker zu hören, zu berücksichtigen und zu respektieren. Deshalb fordern wir von der Europäischen Union und den nationalen Regierungen, die dies noch nicht getan haben, die ILO-Konvention 169 zu ratifizieren, um so einen Beitrag zum Schutz indigener Territorien zu leisten, ihre Kultur zu schützen und ein Recht auf Bildung zu gewähren. Denn nur auf Grundlage der garantierten Rechte und dem rechtlich geschützten Zugang zu ihren Territorien und Ressourcen können indigene Völker weiterhin, auf ihre spezifische und bedeutende Weise zur nachhaltigen Entwicklung beitragen.

In Bezug auf den Klima- und Waldschutz, zu dem wir seit Jahren gemeinsam arbeiten, ist der Zeitpunkt gekommen, dass Abkommen und Versprechen in die Tat umgesetzt werden. Indigene Praktiken, Konzepte und Ideen müssen unterstützt, gestärkt und weltweit realisiert werden.

Thomas Brose
Klima-Bündnis
Tel. +49-69-717139-31
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Elke Falley-Rothkopf
INFOE
Tel. +49-221-73928-71
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Presseerklärung als PDF-Datei