Diskriminierung, Landraub und Vertreibung aus ihren Siedlungsgebieten,
und sie sind häufig Opfer von Übergriffen staatlicher
Organe. Vor allem die Expansion Rohstoff verbrauchender Industrien in
die Territorien indigener Völker hat in den letzten Jahrzehnten
rasant zugenommen.
Doch während die Ausplünderung der Ressourcen ungehemmt
weitergeht, entwickeln sich völkerrechtliche Normen und
Schutzmechanismen nur langsam. Bis heute ist die ILO-Konvention
Nr. 169 das einzige internationale Übereinkommen, das die Rechte
indigener Völker festschreibt. Deshalb wird die Anwendung seiner
Normen von Vertretern indigener Organisationen vehement
eingefordert. Bisher haben erst siebzehn Staaten die Konvention
ratifiziert; in Europa sind das lediglich Norwegen, Dänemark und
die Niederlande.
Deutschland gehört nicht zu den Unterzeichnerstaaten. Die
Bestrebungen, dem Beispiel der europäischen Nachbarstaaten zu
folgen, haben bislang noch zu keinem Ergebnis geführt - trotz
positiver Stellungnahmen seitens einiger zuständiger
Ministerien
Die Tagung möchte dazu beitragen, dass Deutschland, wie es auch in der
Agenda der Koalitionsfraktionen steht, zügig Schritte zur
Ratifizierung unternimmt. Gegenstand der Tagung ist es, alle mit
dem Ratifizierungsprozess befassten Gremien zu Begegnung und
Dialog zusammenzubringen. Der Stand des Prozesses soll reümiert,
Stellungnahmen indigener Organisationen eingeholt und die
politischen Positionen diskutiert werden.
Zur Teilnahme laden herzlich ein
| Dr. Martin Büscher | Werner Aron Bernhard Mogge |
| Studienleiter | infoe |
Programmablauf
Freitag, 17. Oktober 2003
| 17.00 Uhr | Anreise |
| 18.00 Uhr | Abendessen |
| 19.00 Uhr | Begrüßung Dr. Martin Büscher, Iserlohn Einführung in die Tagung Werner Aron, Berhard Mogge (infoe) Berichte und Erfahrungen indigener Vertreter und Vertreterinnen Mr Suhas Chakma, Asian Indigenous and Tribal Peoples Network, New Delhi N.N., South Africal San Council Sr Amilcar Pop, Misión de las Naciones Unidas en Guatemala, Guatemala |
| 20.30 Uhr | Pause |
| 20.45 Uhr | Fortsetzung der Berichte und Erfahrungen indigener Vertreter |
| 21.30 Uhr | Tagesausklang im Foyer Einführung in die Fotoausstellung "Defend Big Mountain" |
Samstag, 18. Oktober 2003
| 08.15 Uhr | Frühstück |
| 09.00 Uhr | Völkerrechtliche Grundlagen Prof. Dr. René Kuppe, Institut für Recht und Religion, Wien Stand des Ratifizierungsprozesses in Deutschland Dr. Theodor Rathgeber, Kassel |
| 10.30 Uhr | Pause |
| 11.00 Uhr | Die Position der Bundesregierung MR Dietrich Willers, Referatatsleiter Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, Bonn |
| 11.45 Uhr | Internationales Arbeitsamt Sr Marcelo Castro Fox, Genf |
| 12.30 Uhr | Mittagessen |
| 13.30 Uhr | Sozialpartner Burkhard von Seggern, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Berlin Antje Gerstein Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Berlin |
| 14.30 Uhr | Evangelische Kirche Corinna Schellenberg, EKD Hannover, Menschenrechtsreferat |
| 15.00 Uhr | Pause |
| 15.30 Uhr | Erfahrungen aus den Nachbarländern Niederlande: Leo van der Vlist, Nederlands Centruum voor Inheemse Volken (NCIV), Amsterdam Dänemark: N.N., International Work Group on Indigenous Affairs (IWGIA), Kopenhagen Schweiz: Marc Steinlin, Incomindios, Zürich Österreich: Prof Dr. René Kuppe |
| 16.15 Uhr | Pause |
| 16.30 Uhr | Parlamentarierrund Siegmund Ehrmann, MdB (SPD), Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Thilo Hoppe, MdB (Grüne), Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, entwicklungspolitischer Sprecher der Fraktion (angefr.) Dr. Rainer Stinner, MdB (FDP) (angefr.) |
| 18.00 Uhr | Abenessen |
| 19.00 Uhr | Bewertung der Parlamentarierrunde Stellungnahmen von NGOs und indigenen Vertretern |
| 20.30 Uhr | Pause |
| 20.45 Uhr | Musikalischer Ausklang Indigene Musik aus der Mongolei Galtai Galsan & Daschdulan (Pferdekopfgeige, mongolische Harfe) |
Samstag, 19. Oktober 2003
| 08.00 Uhr | Meditative Einstimmung zum Thema |
| 08.15 Uhr | Frühstück |
| 09.00 Uhr | Strategien für eine Indigenen-Politik Positionen entwicklungspolitischer und Menschenrechtsorganisationen (Adivasi-Koordination, amnesty international, Gesellschaft für bedrohte Völker, infoe, Klimabündnis u.a.) sowie kirchlicher Hilfwerke (EED, Brot für die Welt, Misereor) |
| 10.30 Uhr | Pause |
| 11.00 Uhr | Schlusspodium Zusammenfassung der Ergebnisse, Ausblick |
| 12.30 Uhr | Mittagessen |
| 13.00 Uhr | Ende der Tagung, Abreise |
Organisatorisches
Tagungsleitung
Dr. Martin Büscher, Iserlohn
Tagungssekretariat:
Ulrike Neuhaus
Tel.: 02371 / 352-182
Fax: 02371 / 352-130
E-mail: u.neuhaus@kircheundgesellschaft.de
Tagungskosten:
| Einzelzimmer m. Vollpension | 86 € / erm. 50 € |
| Doppelzimmer m. Vollpension | 72 € / erm. 36 € |
| ohne Übernachtung / Frühstück | 36 € / erm. 18 € |
Wir bitten, die TAgungskosten bei Ankunft zu begleichen. Sie können mit
EC-Karte und Geheimzahl bezahlen.
Die ermäßigten Preise gelten für SozialhilfeempfängerInnen, Arbeitslose, Werh-
und Zivildienstleistende sowie für SchülerInnen und Auszubildende bis zum
Alter von 35 Jahren. Eine Ermäßigung kann nur bei Teilnahme an der
gesamten Tagung gegen Vorlage einer entsprechenden Bescheinigung gewährt werden.
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich frühzeitig an. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung mit
Anfahrtsbeschreibung. Ihre Anmeldung bindet auch Sie. Wenn Sie sich
später als 1 Woche vor Tagungsbeginn abmelden, müssen wir eine
Ausfallgebühr in Höhe von 50% der Kosten berechnen. Wenn Sie sich erst am
Tag des Tagungsbeginns oder später abmelden, werden Ihnen die vollen
Kosten in Rechnung gestellt.
Vormittags sind alle Sekretariate erreichbar. Einige Büros sind nachmittags
nicht mehr besetzt. Sie können in diesem Fall die Nummer 02371/352-141
anrufen. Außerhalb der üblichen Bürozeiten sind die Büros nicht besetzt.
Tagungsort:
Ev. Tagungsstätte Haus Ortlohn, Berliner Platz 12,
58638 Iserlohn, Tel. 02371/352-0, Fax 02371/352-299
Internet
Sie finden dieses Programm, eine Email-Anmeldung und eine Anfahrtsbeschreibung
unter www.kircheundgesellschaft.de/veranstaltungen
