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Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie

 
Wanderung durch das Naturschutzgebiet Wahner Heide in Begleitung eines Mapuche Vertreters

Quer durch Heide, Mythen und Traditionen

Ohne indigene Völker und biologische Vielfalt kein Klimaschutz!

Dem Iroquois National Team wird die Teilnahme an der Lacrosse WM 2010 in GB verweigert

Ökotourismus und indigene Völker
Neuerscheinung - infoeMagazin 15
Tourismus und Indigene: Ein kritischer Beitrag zum Internationalen Jahr des Ökotourismus 2002
"Ökotourismus" - ein schillernder Begriff. Die einen sehen
in ihm die Versöhnung von Wirtschaftinteressen, Naturschutz und
nachhaltiger Entwicklung, die anderen nicht mehr als eine neue
Geschftsidee, von der allein große Touristikunternehmen
profitieren, während die einheimische Bevölkerung leer ausgeht.

Dem stressgeplagten Europäer versprechen die Broschüren
alternativer Reiseveranstalter "Natur pur"
und "von Menschenhand unberührte Wildnis". Doch die
"Wildnis" ist in den meisten Fällen weder wild noch
unberührt. Oft sind es indigene Völker, die südamerikanische
Regenwälder oder die Halbwüsten Australiens seit Jahrhunderten
nutzten und bewirtschaften und so zum Erhalt und zur Mehrung der
Artenvielfalt beigetragen haben.

Das infoeMagazin unternimmt in seiner neuesten Ausgabe eine
Bestandsaufnahme. Versprechen und Wirklichkeit des
"Ökotourismus" werden in Analysen und Fallbeispielen
u.a. aus Indonesien, Kanada und Ecuador kritisch unter die Lupe genommen. Die
Ergebnisse könnten unterschiedlicher nicht sein.

So haben von den Regierungen Indiens oder der Philippinen betriebene
ökotouristische Musterprojekte bisweilen die Vertreibung oder
Marginalisierung ganzer Dörfer zur Folge. Die Einwohner werden
allenfalls als exotische Staffage vor dem Hintergrund der
"reinen" Natur benötigt.

Gleichzeitig tragen von indigenen Gemeinschaften initiierte Projekte
oftmals zum lokalen Wohlstand, zum Kulturerhalt oder sogar, wie im
Fall der ecuadorianischen Huaorani-Indígenas zum Widerstand gegen
die Ausbreitung der Erdölindustrie bie.

Während der Boom in vollem Gange ist, existiert selbst im von der UNO
ausgerufenen "Internationalen Jahr des Ökotourismus"
2002 keine anerkannte und aussagekräftige Definition dieses
Schlagworts. Während UNO, WTO und Naturschutzveräbnde wie der WWF
allein auf tourismusfinanzierte Naturschutzmanahmen und die
Schaffung von lokalen Einkommensquellen setzen, betonen indigene
Organisationen wie das Rethinking Tourism Project die
Wichtigkeit einer selbstbestimmten nachhaltigen Entwicklung, bei
der alle Betroffenen als gleichberechtigte Teilnehmer einbezogen
sind. Insbesondere indigenen Gemeinschaften müsse das Recht
garantiert werden, sich auch gegen eine touristische Entwicklung
zu entscheiden.

Das infoeMagazin 15/16 kostet SFR 7,50/ € 3,83. Bezug in der
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