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Lobbyarbeit

Kontakte mit Indigenen und Politikern sind von entscheidender Bedeutung für die Arbeit von infoe

Konsequente Lobbyarbeit ist wichtig für eine schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in politische Entscheidungen.

So war 1989 ein Institutsmitarbeiter als Gutachter bei der Enquetekommission "Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre" tätig. Bei Gesprächen mit Regierungsvertretern nimmt infoe gemeinsam mit anderen Organisationen außerdem Einfluss auf die Entwicklung von Strategien zum Schutz tropischer Regenwälder.

Ein besonders wichtiges Forum für indigene Völker ist die Genfer "Working Group on Indigenous Populations" (WGIP) der Vereinten Nationen. Diese "Arbeitsgruppe über indigene Völker" ist das einzige Gremium innerhalb des UN-Systems, in dem Indigene uneingeschränktes Rederecht genießen. Seit nunmehr bald zwanzig Jahren arbeiten dort indigene Organisationen aus allen Kontinenten für die Durchsetzung der "Erklärung der Rechte Indigener Völker". Daneben werden die Sitzungen genutzt, um für zahlreiche weitere Anliegen indigener Völker Aufmerksamkeit und politische Unterstützung zu gewinnen. (Ein Beispiel ist der vor einigen Jahren von infoe mitorganisierte "Freiheitslauf für Leonard Peltier und alle indigenen Völker", der während der Sitzung der Arbeitsgruppe in Genf eintraf und so auf das Schicksal des seit bald 30 Jahren in den USA inhaftierten Lakota-Indianers aufmerksam machte.) Vertreter von infoe nehmen regelmäßig an den Sitzungen der Arbeitsgruppe teil und unterstützen die Anliegen der indigenen Delegationen. Dazu gehört unter anderem die Herstellung von Kontakten zu Politikern.

In Zusammenarbeit mit anderen Menschenrechtsorganisationen setzt sich infoe für die Ratifizierung des Übereinkommens Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) "Über Eingeborene und in Stämmen lebende Völker" durch die Bundesrepublik ein. Die Ratifizierung dieser Konvention ist eine zentrale Forderung zahlreicher indigener Organisationen weltweit. Weniger als 20 Staaten sind ihr bisher nachgekommen. Da die Bundesregierung einen großen Teil ihres Bedarfs an Rohstoffen wie z. B. Erdöl, Erdgas, Uran, Holz u. a. m. aus Gebieten deckt, in denen indigene Völker leben, und da die Förderung dieser Rohstoffe meist zu Menschenrechtsverletzungen bei den betroffenen Völkern führt, sollte die Bundesregierung internationale Menschenrechtsstandards akzeptieren und die Verpflichtungen übernehmen, die sich daraus ergeben.

In Zusammenarbeit mit FIAN (Food First Information & Action Network), einer internationalen Menschenrechtsorganisation für das Recht auf Nahrung, hat infoe im Mai 1997 vor dem UN-Komitee über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte über Menschenrechtsverletzungen an indigenen Völkern Sibiriens berichtet.

Bei seiner Lobbyarbeit bemüht sich infoe intensiv um die bundes- und weltweite Vernetzung mit anderen Organisationen und Personen, die in dem Bereich Menschenrechte, indigene Völker und Umweltschutz arbeiten.