Sibirien

Russischer Indigenenaktivist in Norwegen von Abschiebung bedroht - vorläufig wieder auf freiem Fuß

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Nach zwei Tagen in Auslieferungshaft haben den norwegischen Behörden heute den indigenen Aktivisten Dmitry Berezhkov wieder auf freien Fuß gesetzt. Berezhkov, der früher Vizepräsident des indigenen Dachverbands RAIPON war, lebte seit anderhalb Jahren im norwegischen Tromsø, um der Verhaftung durch die russischen Behörden zu entgehen und studiert an der dortigen Universität. Er stammt von der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka und gehört der kleinen indigenen Ethnie der Itelmenen an. 

Nach seiner Teilnahme an der Vorbereitungskonferenz indigener Völker in Alta zur UN-Weltkonferenz über indigene Völker war Berezhkov am Donnerstagmorgen am Flughafen von Tromsø von Polizeibeamten festkommen worden. Grund war ein im März eingegangenes Auslieferungsgesuch der russischen Behörden.

Die russischen Behörden werfen Berezhkov Betrug und Unterschlagung vor. Nach Ansicht von Bjarne Store Jakobsen, einem Sámi und langjährigen Mitglied der Ureinwohner-Arbeitsgruppe der Barents-Kooperation ist der wahre Grund, dass  die russischen Behörden Berezhkov in ihre Gewalt bekommen wollen, um ihn zu Aussagen gegen andere führende Vertreter seiner Organisation zu zwingen.

Das Amtsgericht (Tingrett) von Nord-Troms wies das Auslieferungsbegehren der russischen Behörden zurück. Ein Vertreter der Polizeibehörde erklärte, dass man gegen die Freilassung keinen Widerspruch einlegen werde, aber eine Beschwerde gegen die Zurückweisung des Begründung des Auslieferungsbegehrens in Betracht ziehe.  Bis zu einer endgültigen Entscheidung über das Auslieferungsbegehren kann es noch länger dauern, die letztendliche Entscheidung liegt beim Justizministerium.

Quelle: ABC Nyheter: Russisk urfolksaktivist slippes fri i Tromsø