Sibirien

Trauer um nenzischen Aktivisten und Schriftsteller Juri Vella

Kurz vor seinem 66. Geburtstag starb in Westsibirien am 12. September 2013 der Poet, Rentierzüchter und Aktivist Juri Wella, geboren als Juri Kylewitsch Aiwaseda. Juri Wella gehörte dem Volk der Wald-Nenzen an und gehörte zu den Vorkämpfern für die Rechte der indigenen Völker Westsibiriens und den Bewahrern ihres Gedächnisses. Mit spektakulären Aktionen machte er in den 90er Jahren auf die desaströsen Auswirkungen der Öl- und Gasförderung in Westsibirien aufmerksam und erreichte damit auch internationale Aufmerksamkeit. Auch später gab der die Auseinandersetzung mit den Öl- und Gasfirmen niemals auf.

Er engagierte sich für neue, kulturell angemesse Formen der Schulbildung, so baute er auf seinem Wohnplatz eine Schule auf, in welcher indigene Kinder lernen konnten, ohne von aus ihrem Lebensumfeld fortgerissen zu werden. All dies tat er unprätenziös, mit Humor und ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Anders als die meisten  indigenen führenden Intellektuellen tauschte der das Leben in der Waldtundra nicht gegen das komfortable Großstadtleben.

Sein Tod reißt  eine tiefe Lücke in die Bewegung der indigenen Völker Russlands.

"In Memory of a Great Teacher" - Nachruf auf Juri Vella von Stephan Dudeck

Juri Wella