Sibirien

20. Januar - Indigene Völker Sachalins protestieren gegen Ölförderung

RAIPON ruft zu internationalen Protesten auf Die Assoziation der indigenen Völker des Russischen Nordens (RAIPON) bittet im Namen der Organisation der Indigenen Völker Sachalins darum, den für den 20. Januar 2005 ausgerufenen Tag des Protests gegen das gigantische Sachalin-II-Ölprojekt zu unterstützen.

Sachalin II ist eines der größten unter Beteiligung der EU-Investitionsbanken durchgeführten Ölförderprojekte Russlands, gegen das Organisationen wie Sachalin Environmental Watch schon lange protestieren. Nun sehen die politischen Vertreter der indigenen Völker keine andere Möglichkeit mehr, als an die Öffentlichkeit zu gehen und ihren Forderungen und Besorgnisse mittels direkter, gewaltfreier Protestaktionen Nachdruck zu verleihen.

Am 20. Januar wollten sie mit Blockadeaktionen auf Sachalin darauf aufmerksam machen, dass der geplante Pipelinebau ihre Landrechte verletzt und ihre wichtigste Lebensgrundlage, die Lachsvorkommen der Bäche, Flüsse und Küstengewässer Sachalins, nicht nur enorm gefährdet sondern bereits stark geschädigt hat.

In einer der seismisch aktivsten Regionen sollen Pipelines quer über die Insel hinweg über 1000 Flüsse und Bäche überqueren, darunter die wichtigsten Laichgründe des Lachses, des wichtigsten Nahrungsmittels für die Ureinwohner Sachalins.

Die Indigenen fordern die Durchführung einer unabhängigen Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einer ethnologischen Expertise über die möglichen Folgen. Außerdem soll aus den Profiten ein angemessener Anteil für einen Fond zugunsten der in Armut lebenden indigenen Bewohner reserviert werden.

RAIPON ruft alle, "denen das Überleben der indigenen Völker nicht gleichgültig ist", dazu auf am 20. Januar durch Protestschreiben an Präsident Putin, die Administration der Insel Sachalin und andere Amtsträger zu unterstützen. Namen und Adressen sowie ausführliche weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie hier