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Peru - Alberto Pizango, Präsident von aidesep, kehrt aus Asyl zurück und erwartet Gerichtsverfahren

Nach seiner sofortigen Verhaftung am Flughafen ist nun der Haft- in einen Ladungsbefehl geändert An die 11 Monate nach seiner Flucht nach Nicaragua kehrte am 26.5.2010 der Vorsitzende der indigenen Organisation aidesep, die die Völker Amazoniens repräsentiert, nach Peru zurück, wo er umgehend verhaftet wurde. Dies löste eine Welle von Solidaritätsbekundungen von Mitgliedern, aber auch anderen nationalen und internationalen Organisationen wie der CONAIE Ecuadors aus. Inwischen wurde der Haftbefehl in eine Ladung umgewandelt. Alberto Pizango sah sich im vergangenen Jahr im Zuge der Eskalation der Auseinandersetzungen um das sog. Ley de la Selva und aufgrund der Diffamierung und Kriminalsierung der indigenen Führungspersonen v.a. der aidesep, gezwungen in der Botschaft Nicaraguas um Asyl zu bitten. Gegen ihn waren Haftbefehle ergangen, weil ihm u.a. die Schuld an den gewaltsamen Auseinandersetzungen am 5.6.2009 in Bagua zugewiesen worden war, bei denen mehr als 30 Personen umkamen. Die Regierung Perus lehnt es weiterhin ab, ihre Verantwortung an den Entwicklungen anzuerkennen. Das Ley de la Selva ist ein Gesetzespaket,das insbesondere die indigenen Völker Amazoniens bedroht, weil es die systematische wirtschaftliche Erschliessung des Raumes vorsieht. Eine Kommission zur Aufklärung der Ereignisse in Bagua konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Abschlussbericht einigen. Indigene Repräsentanten werden weiter mit Verhaftungen und Anklagen unter Druck gesetzt, es ist zweifelhaft, ob faire Gerichtsverfahren durchgeführt werden.