Wasser

Land unter? - Widerstand gegen den Belo Monte-Staudamm

Veranstaltung zum Weltwassertag am 22.3.2010 mit Rosalvo Salgueiro, SERPAJ, Brasilien

Das Programm zur Beschleunigung des Wachstums (PAC) wurde zum Markenzeichen der zweiten Amtsperiode des brasilianischen Präsidenten Luís Inácio Lula da Silva - so wie die erste Amtzeit ganz unter dem Zeichen des "Null-Hunger"- Programms stand. Mit dem PAC-Programm wird die Rolle des Staates als Bereitsteller von Infrastruktur wiederbelebt, eine Förderung von Wirtschaftswachstum um jeden Preis, ohne Rücksicht auf soziale und ökologische Folgen, die auch Programm der möglichen Nachfolgerin und ehemaligen Ministerin für Bergbau und Energie, Rousseff, ist.

Der mit dem Wachstumsbeschleunigunsprogramm geplante Bau des Belo Monte-Staudammes am Rio Xingu sowie die Umleitung des Rio Sao Franciso werden in der Veranstaltung zum Weltwasertag im Focus des Vortrages von Rosalvo Salgueiro stehen. Er wird von nationalem und lokalem Widerstand berichten, von Betroffenen und Mitstreitern, Erfolgen und Misserfolgen und dem aktuellen Stand der beiden Projekte.

Rosalvo Salgueiro ist Theologe, Philosoph und Jurist. Er ist langjähriger politischer Aktivist, Mitglied der Brasilianischen Sozialdemokratischen Partei (PSDB), militant in der Verteidigung der Menschenrechte und mit der Volksbewegung "Terra de Deus, Terra de Todos" aktiv im Kampf für Wohnungs- und Städtebaureformen in Sao Paulo. In den 80er Jahren beteiligte er sich aktiv im gewaltlosen Widerstand gegen die Militärdiktatur in Brasilien und gehörte 1974 an der Seite des Nobelpreisträgers Adolfo Pérez Esquivel zu den Gründungsmitgliedern des SERPAJ-AL dessen Generalsekretär Rosalvo Salgueiro von 1987 bis 1990 war. Seit 2003 ist er Koordinator der brasilianischen Sektion des SERPAJ.

SERPAJ-AL - Dienst für Frieden und Gerechtigkeit in Lateinamerika - ist eine lateinamerikanische Bewegung, die von der aktiven Gewaltfreiheit ausgehend, für die Menschenrechte, die Befreiung und die Selbstbestimmung der lateinamerikanischen Völker kämpft. Es gibt Sekretariate und Grupen in 13 lateinamerikanischen Ländern. Jede dieser Gruppen arbeitet auf möglichst kreative Weise innerhalb der Gegebenheiten ihres Landes. Die allen Gruppen gemeinsamen, prioritären Arbeitsbereiche sind:

  • Erziehung zu einer Kultur des Friedens
  • Verteidigung der Menschenrechte, vor allem der ökonomischen, sozialen und kulturellen Rechte
  • Entmilitarisierung
  • Förderung der Demokratie und der Mitbestimmung der sozialen Bewegungen
  • Verteidigung der indianischen Bevölkerung

SERPAJ hat beratenden Status beim Wirtschafts-und Sozialrat der UNESCO seit 1987. Von den Vereinten Nationen hat SERPAJ den "Messenger of Peace-Preis", sowie den UNESCO-Preis für Friedenserziehung erhalten.

Wann: Montag, den 22.3.2010 um 19.30 Uhr Wo: Projektraum im Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln (Aufgang neben dem Restaurant) Eintritt: 3,50 EUR, erm. 2,00 EUR