Yasuní

Protestmarsch indigener Frauen gegen die Ölförderung im Yasuni

Alicia Cahuiya, Gründungsmitglied und erste Präsidentin des Verbands der Waorani-Frauen (AMWAE) 2005 bis 2007 und seit August 2013 Vizepräsidentin der politischen Organisation der Nationalität Waorani (NAWE), weigerte sich am 3. Oktober 2013 in der Nationalversammlung Ecuadors einen regierungstreuen Diskurs vorzutragen, sondern äußerte ihre freie Meinung und kritische Haltung gegenüber der Ölförderung im Yasuni und Territorium der Waorani im ecuadorianischen Amazonastiefland.

Im Namen der Waorani forderte Alicia Cahuiya eine umfassende Konsultation ihres Volkes, um die Meinung der Basisgemeinschaften und vor allem der älteren Generation der Waorani zur weiteren Ausdehnung der Erdölförderung im Block 31 und 43 (ITT) einzuholen. Damit scheiterte der Versuch des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, die Waorani durch Versprechungen von Entschädigungszahlungen und Kompensationsleistungen geschlossen zur Zustimmung zum Ölfördervorhaben im Yasuni zu gewinnen.

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Nach ihrer Rede in der Nationalversammlung solidarisierten sich vor allem viele Frauen verschiedener indigener Völker mit Alicia Cahuiya im Widerstand gegen die Ölförderung. Um ihrem Protest öffentlichen Ausdruck und politischen Nachdruck zu verleihen, versammelten sich zahlreiche Frauen der Waorani, Kichwa, Sápara und Shiwiar in Puyo in der ecuadorianischen Amazonsprovinz Pastaza und organisierten einen Protestmarsch indigener Frauen für das Leben und die Würde ihrer Völker. Am 12. Oktober reisten schließlich hunderte indigene Frauen nach Quito und forderten im Bündnis mit der zivilgesellschaftlichen Yasunidos-Bewegung vom Präsidenten Correa und der ecuadorianischen Regierung, dass das Öl im Yasuni unter der Erde bleibt und die Ölförderung in der zentralen und südlichen Amazonasregion nicht weiter ausgedehnt wird.

Für weitere Informationen siehe ein Interview mit Alicia Cahuiya sowie ihre Rede in der Nationalversammlung Ecuadors.