Tätigkeitsberichte

Grundsätze

Verantwortung übernehmen

I

Der Mensch lebt von und mit der Natur. Überall haben Völker Verhaltensweisen und Techniken entwickelt, die ihnen und den Ökosystemen, in und von denen sie leben, das Überleben gesichert haben. Die Wechselbeziehung zwischen dem Menschen, seiner Kultur und der natürlichen Mitwelt ist durch Industrialisierung, Modernisierung und Rohstoffausbeutung in hohem Maße gefährdet.

Verantwortung übernehmen

An der weltweiten Kultur- und Naturzerstörung sind politische und wirtschaftliche Interessen in Deutschland maßgeblich beteiligt. Um der Zerstörung entgegenzutreten, müssen wir auch in unserem eigenen Land aktiv werden.

II

Wer die natürliche Mitwelt zerstört, zerstört auch menschliches Leben und Kultur. Erst langsam beginnen wir die Bedrohung und Vernichtung von Naturräumen auch als Menschenrechtsverletzungen zu begreifen. Jetzt müssen wir noch einen Schritt weiter gehen: Wenn wir die Eigenrechte der belebten und unbelebten Natur nicht in gleichem Maße wie die Rechte der Menschen achten, dann sägen wir den Ast ab, auf dem wir alle sitzen.

Gemeinsame Interessen erkennen

Die ökologischen und kulturellen Zerstörungen in der "Dritten Welt" treffen letztlich auch uns. Indigene Völker können uns Vorbild sein für einen schonenderen Umgang mit der Natur.

III

Derzeit erleben wir ökologische Zerstörungen ungekannten globalen Ausmaßes: die Vernichtung der Wälder, die Verseuchung von Flüssen und Meeren und die Verwüstung fruchtbaren Ackerlandes durch industrielle Großprojekte sind einige Beispiele. Immer ist die erzwungene Aufgabe kultureller Eigenständigkeit (Ethnozid) und die Ausrottung ganzer Völker (Genozid) Teil dieser Zerstörung der natürlichen Mitwelt (Ökozid). Besonders betroffen sind die indigenen Völker auf allen Kontinenten.

Koalitionen bilden

Indigene Völker suchen und benötigen Partner bei ihrem Überlebenskampf. Internationale und interethnische Koalitionen sind notwendig für den Erhalt ihrer und unserer Mitwelt.

IV

Ein rasches und kompromissloses Handeln auf Seiten der von den Folgen der Industrialisierung und Ausbeutung gleichermaßen bedrohten Ökosysteme und indigenen Kulturen ist geboten. Menschenrechts- und Umweltschutzarbeit sind nicht voneinander zu trennen und müssen konsequent verknüpft werden. Dieses Ziel hat sich das Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie gesetzt.

Forschen und politisch handeln

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aller Fachrichtungen sind gefordert, durch interdisziplinäre Forschungen politischem Handeln auf Seiten der bedrohten Natur und Kulturen eine solide Grundlage zu geben.