Festival Todas la palabras todas!

Unter dem Titel Todas las palabras todas fand vom  10. bis 24. Oktober 2011 in Peru das erste Internati onale Geschichtenerzählerfestival  un ter der Leitung von Wayqui statt. Erzählerinnen und Erzähler (César „El Wayqui“  Villegas, Clara Haddad, Miguel “Chato” Álvarez, María Laura Vélez, Ulla Suokko, Franck  Makoungou Bounda, Caroline Mantoy Clara Indacochea “Kalane”)  aus aller Welt  versammelten  sich zunächst in Lima, um bei der Eröffnung am Montag, den 10. Oktober,  in der Municipalidad de Miraflores Geschichten aus ihrer Heimat zu präsentieren.  Ulla Suokko begeisterte das Publikum mit Erzählungen und Sagen aus Finnland, begleitet von Klängen  der Querflöte und einer aus Rentierfell hergestellten Handtrommel, die  in die  Naturlandschaft Finnlands entführten. Viele Besucher staunten über das Auftreten von  Eduardo Ortiz Espiritú von den Yanesha aus der Region Oxapampa  und konnten etwas  über eine bi slang relativ unbekannte Kultur in Peru erfahren. Seine Anwesenheit war sehr  wichtig, denn gerade die indigene Bevölkerung bekommt selten eine Stimme in Peru.

Dies war auch der Anlass für infoe, das sich für die Rechte indigener Völker einsetzt, das Festival als  Sponsor zu unterstützen. Das Festival sollte, und konnte, die Bedeutung kultureller Vielfalt  veranschaulichen, die für uns in untrennbarem Zusammenhang mit dem Schutz der  Territorien indigener Gemeinschaften und ihrer Umwelt, also auch der biologischen  Vielfalt, steht. Clara Indacoechea, alias “KALANE”, brachte Geschichten verschiedener  Völker wie z.B. den Achuar, Arabelas, Awajum, Ashan inka, Candoshi, Bora, Shipibo etc.  Weitere, allesamt vom Publikum begeistert aufgenommenen, Veranstaltungen fanden im  Goethe - Institut, der Universidad Católica und der Universidad de Arquitectura in Lima und  in Pachacutec, welches zu den ärmeren Randbezirken gehört, statt. In Pachacutec  sponsorte Profyc, eine Organisation die Microkredite für Frauen zum Aufbau einer eigenen  Existenz erteilt, eine Veranstaltung im Rahmen des Festivals. Bei dieser Veranstaltung  begeisterten Ulla Suokko und Caroline Mantoy a us Frankreich, die in Mexiko lebt, Mütter  und Kinder mit ihren Phantasien und Musik.  

Eine besonders spannende Begegnung ereignete sich am 13. Oktober in El Carmen:

Franck Makoungou Bounda, der aus der Republik Kongo stammt und schon seit einigen  Jahren in Peru lebt, erzählte im Afro-Peruanischen Kulturzentrum  Geschichten aus seiner Heimat über die Lingala,  die im Nordern der Rebublik Kongo leben. Seit Jahren wi rd er in Lima immer wieder  angesprochen, ob er aus El Carmen, einer Gegend stammt, in der überwiegend  afrikanischstämmige Peruaner leben -  nun hatte er die Gelegenheit sich mit der Gemeinde  auszutauschen. Das Afro - Peruanische Kulturzentrum bemüht sich darum, der  afrikanischen Identität als kulturelle Vielfalt in Peru eine Stimme zu geben. Franck sowie  auch die Einwohner von Carmen waren sehr gerührt über das Zusammentreffen.

Viele Geschichten wanderten ebenso in diverse Richtungen des Landes: Caroline Mant oy  z.B. hinterlies Spuren in Trujillo sowie Ulla Soukko in Huaraz.

Den Abschluss des Festivals bildete eine Abendveranstaltung am 24. Oktober im  Kultusministerium von Lima. Das Ministerium hatte ebenfalls zusammen mit der  Verlagsgruppe Carvajal die dreiwöchige Veranstaltung gefördert und beabsichtigt eine  ähnliche Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit infoe nach Deutschland zu bringen.