Grundlagenpapier zu indigenen Völkern, nachhaltiger Entwicklung und den SDGs erschienen

INFOE GrundlagenpapierIm Rahmen eines im März begonnenen Projekts des INFOE zu ‚Indigenen Völkern und nachhaltiger Entwicklung‘ wurde nun ein Grundlagenpapier fertiggestellt, das sich mit dem Beitrag und den Rechten indigener Völker im Zusammenhang mit der Umsetzung der Agenda 2030 und den globalen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) beschäftigt.

Ziel dieses Grundlagenpapiers ist es, den Ansatz sowie die Kernaussagen und zentrale Botschaft des INFOE im Zusammenhang mit dem Projekt herauszustellen, zu verbreiten und damit die Grundlage für weitere Aktivitäten des Projekts zu schaffen. Da die SDGs gerade erst vor einem Jahr verabschiedet wurden, liegen Informationen oder Erfahrungen zu ihrer Umsetzung mit einem Menschenrechtsansatz und der besonderen Bedeutung der SDGs für indigene Völker noch nicht vor. Daher möchten wir mit Fragen zu einer rechtebasierten Umsetzung der Agenda 2030 unter Fokussierung indigener Völker, ihrer Rechte und selbstbestimmten Entwicklungsprioritäten einen Beitrag leisten und politische Entscheidungsträger sowie gesellschaftliche Akteure für die menschenrechtlichen und politischen Implikationen und Verantwortungen in den Implementierungsprozessen der Agenda 2030 sensibilisieren.

Um das Papier herunterzuladen, klicken Sie bitte auf das Titelblatt. Eine englische Zusammenfassung folgt in Kürze.

Zum Internationalen Tag der Indigenen Völker 2016

Indigene Völker fordern das Recht auf Bildung sowie die Anerkennung der eigenen Kultur und Territorien

Köln und Frankfurt am Main, 9. August 2016. Der Internationale Tag der Indigenen Völker ist dem Recht auf Bildung der indigenen Bevölkerung gewidmet, das durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Konvention-Nummer 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und durch den Artikel 14 der Erklärung der Vereinten Nationen (UN) über die Rechte Indigener Völker geschützt wird.

Auch die im letzten Jahr verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (SDGs) fordern den gleichberechtigten Zugang zu allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung für alle Menschen. Darüber hinaus wird in einem Unterziel (SDG 4.7) festgestellt, dass Kultur eine grundlegende und transformierende Dimension der nachhaltigen Entwicklung darstellt. Aus der Hintergrundinformation der UN zum Tag der Indigenen Völker 2016:

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Perspektivenvielfalt bei der Konferenz „Wald(klima)schutz) nach Paris: Perspektiven und Kontroversen“ am 8. Juli 2016 in Bonn

VertrerInnen unterschiedlicher Organisationen, Akteure und Interessenträger mit entsprechend diversen Erfahrungen und Perspektiven hatten sich zur von INFOE organisierten Konferenz im Universitätsclub Bonn eingefunden, um die fördernden Faktoren, Herausforderungen und Hindernisse in der Umsetzung eines rechtebasierten Wald(klima)schutzes zu diskutieren.

Die Konferenz knüpfte an frühere Konferenzen und Workshops des INFOE zu verwandten Themen an und führte den Diskurs zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz zur Walderhaltung fort. Mit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens sowie der Agenda 2030 und den darin verankerten Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), hat die internationale Gemeinschaft 2015 konkrete Ansätze und ambitionierte Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, den Wald- und Klimaschutz vereinbart. Diese sollen zur Lösung von Umweltproblemen, wie dem Klimawandel, Entwaldung, Landraub und der nicht-nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen. Das Verständnis für die Rolle indigener Völker sowie die notwendige Berücksichtigung ihrer Rechte in diesem Zusammenhang zu fördern war ein zentrales Anliegen der Konferenz. Neben dem Austausch über praktische Erfahrungen, war es das Ziel der Konferenz, Beobachtungen und Impulse für einen rechtebasierten Wald(Klima)schutz zusammen zu tragen, um diese in den Prozess der Umsetzung einzelner SDGs (wie SDG 13 und 15.2) der Agenda 2030 sowie des Pariser Abkommens einfließen zu lassen.

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Tagung: Wald(klima)schutz nach Paris - Perspektiven und Kontroversen

Zeit: 8. Juli 2016 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort: Uniclub Bonn, Konviktstrasse 9, 53113 Bonn 

Im Pariser Klimaabkommen wird der Schutz von Wäldern als wichtiges Element für den Klimaschutz explizit aufgenommen. Hiermit wird eine Intensivierung der Förderung des Waldklimaschutzes und des REDD+- Mechanismus angestoßen.  Das Pariser Klimaabkommen nimmt jedoch auch erstmals Bezug auf die Menschenrechte, einschließlich der Rechte indigener Völker. Wir wollen daher aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren, ob und wie ein ergebnisorientierter, nachhaltiger und rechtebasierter Waldklimaschutz funktionieren kann und in dieser Hinsicht richtungsweisende Erkenntnisse zusammentragen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem vorläufigen Programm.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 27.6.2016 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Santa Clara Uchunya und FECONAU reichen Klage gegen peruanische Behörden und auf Schutz vor Palmölunternehmen ein

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INFOE veröffentlicht im Rahmen seiner Koordinationsarbeit zu indigenen Territorien in Peru die Pressemitteilung des Verbandes der indigenen Gemeinschaften des Ucayali (FECONAU), Mitgliedsverband von ORAU - AIDESEP – COICA, Jiron Callería No. 772, Yarinacocha, Pucallpa, Peru:

Am 26. Mai 2016 hat die Gemeinschaft der Shipibo von Santa Clara Uchunya und der Verband der indigenen Gemeinschaften von Ucayali (FECONAU) eine Klage gegen die Regionale Landwirtschaftsdirektion Ucayali eingereicht, die sich gegen die Ermöglichung des illegalen Erwerbs von mehr als 5.000 Hektar des traditionell bewohnten Gebietes und seine Umwandlung in Ölpalmplantagen wendet.

Die peruanischen Behörden haben seit vielen Jahren die beantragte Titulierung des traditionellen Territoriums der Gemeinschaft verzögert und dann ohne Wissen der Gemeinde, willkürlich und verfassungswidrig, an mehr als 200 Siedler, sog. „cólonos“, die nicht zur Gemeinschaft gehören, Besitztitel für Ländereien auf dem indigenen Territorium vergeben. Anschließend konnte das Unternehmen Plantaciones Pucallpa diese Titel aufkaufen, obwohl sie damit gesetzlich vorgesehene kollektive Eigentumsrechte der Gemeinschaft verletzten.

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Vertreter indigener Völker warnen in Europa vor Auswirkungen von Palmölgewinnung

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Vom 27. April bis zum 4. Mai 2016 werden indigene Vertreter aus den Tropenwaldländern in Asiens, Afrikas und Südamerikas Brüssel, die Niederlande, Deutschland und Großbritannien bereisen, um bei hochrangigen Politikern und Entscheidungsträgern Bewusstsein für die Folgen zu wecken, die Palmölanbau für die indigenen Völker ihrer Länder hat.

Wer: Franky Samperante und Agus Sutomo aus Indonesien; Ali Kaba aus Liberia; Robert Guimaraes Vasquez und Sedequías Ancon Chávez aus Peru; und Willian Aljure aus Kolumbien
Wann: Mittwoch, 27. April bis Mittwoch 4. Mai 2016
Wo: Mehrere Veranstaltungsorte in Brüssel, Den Haag, Rotterdam Hafen, Bonn, Köln und London

Europas steigende Nachfrage nach Palmöl bedroht die Lebensgrundlagen und das Dasein vieler indigener und Wald vom abhängiger Gemeinschaften in der ganzen Welt. Die schnelle und aggressive Expansion industrieller Ölpalmenplantagen und der damit verbundenen Verarbeitungsfabriken zur Befriedigung der Nachfrage  globaler Märkten nach Speiseölen und Biokraftstoffen erzeugt mehrere Landkonflikte, Vertreibungen, Menschenrechtsverletzungen, Klimaschäden, Waldverlust und Umweltschäden in Südostasien, Lateinamerika und Afrika.

Europa ist ein wichtiger Importeur von Palmöl und damit ein Verursacher der damit verbundenen Abholzung. Palmöl ist in jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten enthalten. Aus Palmöl werden wichtigste Zutaten für Hunderte von verarbeiteten Lebensmitteln, einschließlich Margarine, Schokolade und Eis erzeugt. Palmöl istauch weit verbreitet in industriellen Schmierstoffen, Kosmetika, Shampoos und Waschmitteln sowie in Biokraftstoffen. Betroffene Gemeinschaften und die Zivilgesellschaft in den Erzeugerländern beklagen, dass die derzeitigen freiwilligen Initiativen der Industrie, wie der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) und umstrittene Klimastandards wie die International Sustainability & Carbon-Certication (ISCC) nicht ausreichen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Sie und die mit ihnen verbündeten europäischen Nichtregierungsorganisationen erklären, dass eine robustere Regulierung der Palmölprodukte , die in die Europäische Union kommen benötigt wird, um die Rechte indigener Völker und die Wälder von denen weltweit 1,5 Milliarden Menschen als Quelle von Nahrung, Wasser, Sicherheit, Niederschlägen und sauberer Luft abhängen, effektiv zu schützen.

Weitere Details und Kontaktinformation finden Sie in englischer Sprache auf der Website des Forest Peoples Programme