Perspektivenvielfalt bei der Konferenz „Wald(klima)schutz) nach Paris: Perspektiven und Kontroversen“ am 8. Juli 2016 in Bonn

VertrerInnen unterschiedlicher Organisationen, Akteure und Interessenträger mit entsprechend diversen Erfahrungen und Perspektiven hatten sich zur von INFOE organisierten Konferenz im Universitätsclub Bonn eingefunden, um die fördernden Faktoren, Herausforderungen und Hindernisse in der Umsetzung eines rechtebasierten Wald(klima)schutzes zu diskutieren.

Die Konferenz knüpfte an frühere Konferenzen und Workshops des INFOE zu verwandten Themen an und führte den Diskurs zu einem menschenrechtsbasierten Ansatz zur Walderhaltung fort. Mit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens sowie der Agenda 2030 und den darin verankerten Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs), hat die internationale Gemeinschaft 2015 konkrete Ansätze und ambitionierte Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, den Wald- und Klimaschutz vereinbart. Diese sollen zur Lösung von Umweltproblemen, wie dem Klimawandel, Entwaldung, Landraub und der nicht-nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beitragen. Das Verständnis für die Rolle indigener Völker sowie die notwendige Berücksichtigung ihrer Rechte in diesem Zusammenhang zu fördern war ein zentrales Anliegen der Konferenz. Neben dem Austausch über praktische Erfahrungen, war es das Ziel der Konferenz, Beobachtungen und Impulse für einen rechtebasierten Wald(Klima)schutz zusammen zu tragen, um diese in den Prozess der Umsetzung einzelner SDGs (wie SDG 13 und 15.2) der Agenda 2030 sowie des Pariser Abkommens einfließen zu lassen.

Die Konferenz wurde gefördert durch Engagement Global im Auftrag des BMZ, aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst, Misereor und die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht auf Englisch hier.


Die Präsentationen der Tagung finden Sie hier im Pdf-Format:

Tagung: Wald(klima)schutz nach Paris - Perspektiven und Kontroversen

Zeit: 8. Juli 2016 von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort: Uniclub Bonn, Konviktstrasse 9, 53113 Bonn 

Im Pariser Klimaabkommen wird der Schutz von Wäldern als wichtiges Element für den Klimaschutz explizit aufgenommen. Hiermit wird eine Intensivierung der Förderung des Waldklimaschutzes und des REDD+- Mechanismus angestoßen.  Das Pariser Klimaabkommen nimmt jedoch auch erstmals Bezug auf die Menschenrechte, einschließlich der Rechte indigener Völker. Wir wollen daher aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren, ob und wie ein ergebnisorientierter, nachhaltiger und rechtebasierter Waldklimaschutz funktionieren kann und in dieser Hinsicht richtungsweisende Erkenntnisse zusammentragen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem vorläufigen Programm.

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 27.6.2016 unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

 

Vertreter indigener Völker warnen in Europa vor Auswirkungen von Palmölgewinnung

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Vom 27. April bis zum 4. Mai 2016 werden indigene Vertreter aus den Tropenwaldländern in Asiens, Afrikas und Südamerikas Brüssel, die Niederlande, Deutschland und Großbritannien bereisen, um bei hochrangigen Politikern und Entscheidungsträgern Bewusstsein für die Folgen zu wecken, die Palmölanbau für die indigenen Völker ihrer Länder hat.

Wer: Franky Samperante und Agus Sutomo aus Indonesien; Ali Kaba aus Liberia; Robert Guimaraes Vasquez und Sedequías Ancon Chávez aus Peru; und Willian Aljure aus Kolumbien
Wann: Mittwoch, 27. April bis Mittwoch 4. Mai 2016
Wo: Mehrere Veranstaltungsorte in Brüssel, Den Haag, Rotterdam Hafen, Bonn, Köln und London

Europas steigende Nachfrage nach Palmöl bedroht die Lebensgrundlagen und das Dasein vieler indigener und Wald vom abhängiger Gemeinschaften in der ganzen Welt. Die schnelle und aggressive Expansion industrieller Ölpalmenplantagen und der damit verbundenen Verarbeitungsfabriken zur Befriedigung der Nachfrage  globaler Märkten nach Speiseölen und Biokraftstoffen erzeugt mehrere Landkonflikte, Vertreibungen, Menschenrechtsverletzungen, Klimaschäden, Waldverlust und Umweltschäden in Südostasien, Lateinamerika und Afrika.

Europa ist ein wichtiger Importeur von Palmöl und damit ein Verursacher der damit verbundenen Abholzung. Palmöl ist in jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten enthalten. Aus Palmöl werden wichtigste Zutaten für Hunderte von verarbeiteten Lebensmitteln, einschließlich Margarine, Schokolade und Eis erzeugt. Palmöl istauch weit verbreitet in industriellen Schmierstoffen, Kosmetika, Shampoos und Waschmitteln sowie in Biokraftstoffen. Betroffene Gemeinschaften und die Zivilgesellschaft in den Erzeugerländern beklagen, dass die derzeitigen freiwilligen Initiativen der Industrie, wie der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) und umstrittene Klimastandards wie die International Sustainability & Carbon-Certication (ISCC) nicht ausreichen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Sie und die mit ihnen verbündeten europäischen Nichtregierungsorganisationen erklären, dass eine robustere Regulierung der Palmölprodukte , die in die Europäische Union kommen benötigt wird, um die Rechte indigener Völker und die Wälder von denen weltweit 1,5 Milliarden Menschen als Quelle von Nahrung, Wasser, Sicherheit, Niederschlägen und sauberer Luft abhängen, effektiv zu schützen.

Weitere Details und Kontaktinformation finden Sie in englischer Sprache auf der Website des Forest Peoples Programme

Werner Aron 1944 — 2015

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Das Team von infoe trauert um unseren Freund und Mitstreiter Werner Aron, der am 15. August 2015 im Alter von 70 Jahren nach langer Krankheit gestorben ist. Werner war nicht nur einer der Gründer von INFOE sondern er blieb durch die Jahrzehnte stets eine tragende Säule der Organisation. Bis zuletzt, hat er uns trotz seiner schweren Krankheit unerschütterlich mit seinem vielfältigen Wissen, seiner Weisheit, seinem Humor und seinem Rat zur Seite gestanden.

Nach einem Sozialpädagogik-Studium kam Werner zur Ethnologie, die sein weiteres Leben entscheidend prägen sollte. Für viele Jahrzehnte engagierte sich Werner für Menschenrechte und internationale Solidarität, erwarb bei seinen Reisen nach Asien und Afrika tiefe Einblicke in die Lage der lokalen Bevölkerungen und knüpfte intensive Kontakte, die sein weiteres Leben entscheidend prägen sollten. Werner gehörte zu der Gruppe von Wissenschaftlern und Publizisten, die 1987 INFOE konzipierten und gründeten, als erste deutsche Organisation, die die untrennbare Verbindung zwischen dem Schutz der Menschenrechte indigener Völker und dem der natürlichen Mitwelt ins Zentrum ihrer Tätigkeit rückte.

Sein Leben stand im Zeichen eines unermüdlichen Engagements für die Rechte indigener Völker. Er war wesentlich für den Erfolg der Jabiluka-Kampagne gegen Uranförderung auf Aborigines-Land in Australien verantwortlich. Besonders am Herzen lagen ihm die Kultur und das Schicksal indigener Völker in Ostafrika und er hat zahlreiche Reisen nach Kenia unternommen.

Mit Werner verlieren mit ihm einen geistigen Vater, einen Mitstreiter der ersten Stunde und einen Freund, den wir sehr vermissen. Wir werden die Arbeit von INFOE in seinem Sinne weiterführen und so mit ihm und seinen Ideen verbunden bleiben. Wir danken allen, die uns mit ihren herzlichen Worten anlässlich Werners Tod Trost und die Gewissheit vermittelt haben, dass die Erinnerung an ihn fortlebt.

 

Santa Clara Uchunya und FECONAU reichen Klage gegen peruanische Behörden und auf Schutz vor Palmölunternehmen ein

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INFOE veröffentlicht im Rahmen seiner Koordinationsarbeit zu indigenen Territorien in Peru die Pressemitteilung des Verbandes der indigenen Gemeinschaften des Ucayali (FECONAU), Mitgliedsverband von ORAU - AIDESEP – COICA, Jiron Callería No. 772, Yarinacocha, Pucallpa, Peru:

Am 26. Mai 2016 hat die Gemeinschaft der Shipibo von Santa Clara Uchunya und der Verband der indigenen Gemeinschaften von Ucayali (FECONAU) eine Klage gegen die Regionale Landwirtschaftsdirektion Ucayali eingereicht, die sich gegen die Ermöglichung des illegalen Erwerbs von mehr als 5.000 Hektar des traditionell bewohnten Gebietes und seine Umwandlung in Ölpalmplantagen wendet.

Die peruanischen Behörden haben seit vielen Jahren die beantragte Titulierung des traditionellen Territoriums der Gemeinschaft verzögert und dann ohne Wissen der Gemeinde, willkürlich und verfassungswidrig, an mehr als 200 Siedler, sog. „cólonos“, die nicht zur Gemeinschaft gehören, Besitztitel für Ländereien auf dem indigenen Territorium vergeben. Anschließend konnte das Unternehmen Plantaciones Pucallpa diese Titel aufkaufen, obwohl sie damit gesetzlich vorgesehene kollektive Eigentumsrechte der Gemeinschaft verletzten.

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Vertreter der Schoren, deren Dorf für Kohleförderung zerstört wurde in Deutschland

что здесь будет IMG 7517Wladislaw Tannagaschew, Sprecher der "Bewegung für die Wiedergeburt von Kasas und des Schorischen Volks", dessen Dorf für den Kohlebergbau zerstört wurde, kommt nach Deutschland. Am 26. April wird er zusammen mit dem Umweltaktivisten Konstantin Rubachin in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin bei der Veranstaltung "Rohstoffimport aus Russland - Welche Rolle spielen Umwelt- und Bürgerrechtsstandards?“ sprechen. Um Anmeldung wird gebeten.

 

Kasas war ein Dorf im Gebiet Kemerowo das besser bekannt ist als der Kusbass, das Kusnezker Kohlebecken. Zuletzt war Kasas von allen Seiten von Kohlebergbau umgeben. Diejenigen Bewohner, die sich weigerten, der Kohlefirma ihre Grundstück zu verkaufen, wurden Opfer von Brandstiftung. Die vertriebene Bewohner haben bis heute kein nutzbares Ersatzland und keine angemessene Entschädigung erhalten. Infoe hat die Bewohner von Kasas bei der Erarbeitung und Einreichung eines Berichts an den UN-Antidiskriminierungsauschuss unterstützt.