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Unklare Lage der Shuar-Territorien

Chronik eines unangekündigten Einmarsches

Am 26. Januar hatte sich eine Gruppe junger Journalisten auf den Weg in die Gemeinde Nankints gemacht. Ein vierstündiger Fußmarsch führte sie durch den Amazonas-Wald. Das Ziel der Journalisten war, aufzudecken, worüber Regierung, Medien und offizielle Quellen nicht berichten. Sie wollten in Erfahrung bringen, was in der ecuadorianischen Provinz Morona de Santiago passiert.

Als erstes erreichten sie das Shuar-zentrum Tsumtsuim Tsuim. Dort fanden sie Spuren der „gewaltsamen militärischen Räumung wegen des Bergbauprojektes Panantza San Carlos“, schreibt Dennis De la Cruz, einer der Journalisten. Die indigenen Bewohner waren vertrieben worden und ihre Häuser dienten Polizisten und Soldaten als Stützpunkte. „Es schien, als ob ein Orkan in jedem Haushalt gewütet und alles durchwühlt und die Wertsachen mitgenommen hätte“, so De la Cruz.

Die Gruppe trennte sich, für den Fall, dass die Polizei auftauchte. Ein Teil kehrte mit den gemachten Aufnahmen nach Gualaquiza zurück. Der Rest der Gruppe, bestehend aus drei Frauen und zwei Männern, marschierte 90 Minuten lang weiter bis in die Gemeinde San Carlos de Limón. Das Dorf wirkte wie eine Geisterstadt, in einem verlassenen Haus spielten einige Polizisten Karten. Die unerwarteten Besucher wurden festgenommen und mussten sich mehrmals vor verschiedenen Polizisten ausweisen. Immer wieder wurden sie und ihre Dokumente fotografiert. Nachdem sie verhört worden waren, wurden sie von Agenten der GIR (Grupo de Intervención y Rescate) nach San Juan Bosco eskortiert. Erneut mussten sie sich ausweisen, fotografieren und durchsuchen lassen. Nach unzähligen Kontrollen wurden sie freigelassen.

Es war ein langer Tag. Die Aufnahmen, die glücklicherweise gesichert werden konnten, wollen die Expeditionsteilnehmer_innen demnächst veröffentlichen, damit die Welt erfahren kann, was in der ecuadorianischen Provinz Morona de Santiago passiert.

Den Artikel von Dennis De la Cruz finden Sie unter: http://bit.ly/2kKJHcp

Mehr Infos unter:

http://bit.ly/2iojQFx

http://bit.ly/2kNaAKD

http://bit.ly/2k8YCcs

http://inredh.org/

http://conaie.org/

Kontext:
Kurz vor Weihnachten wurden die Shuar-Territorien in der Gemeinde Nankints geräumt und militarisiert. In der Provinz Morona Santiago wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Das Büro der Shuar-Organisation FICSH wurde gestürmt und Laptops und Computer wurden konfisziert. Der Präsident der Organisation wurde grundlos verhaftet.

Erklärung der COICA zu den aktuellen Geschehnissen in Ecuador

Zutiefst besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Konflikt um die Territorien der Shuar in Ecuador, wendet sich die COICA an die ecuatorianischen Regierung und verschiedene internationalen Organisationen, um folgende Ereignisse bekanntzumachen:

  • Mitternächtliche Stürmung des Büros der Shuar-Organisation FICSH und Konfiszierung von Laptops und Computern.
  • Grundlose Verhaftung des Präsidenten der indigenen Organization FICSH Agustín Wachapá. Der Verbleib und der Gesundheitszustand von Herrn Wachapá ist unbekannt.
  • Räumung und Militarisierung der Shuar-Territorien in der Gemeinde Nankints.
  • Verhängung des Ausnahmezustands in der Provinz Morona Santiago.

Hier können Sie die Erklärung der COICA lesen...

Bayern LB: Geldgeber der Skandal-Ölpipeline „Dakota Access“

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UPDATE: Das US-Army-Corps of Engineers hat am 4. Dezember der Betreiberfirma untersagt, unter dem Missouri-River zu bohren.

Berlin, 1.12.2016   Die geplante Mega-Öl-Pipeline „Dakota Access“ in den USA sorgt derzeit durch die große Protestbewegung vor Ort und gewaltsame Übergriffe der Polizei für Aufsehen. Die Pipeline soll Öl aus den Fördergebieten im US-Bundesstaat North-Dakota über eine Strecke von knapp 1.900 Kilometer in Gebiete im Süden der USA transportieren. Sie würde dabei auch Land kreuzen, das vom Stamm der Standing-Rock-Sioux als heilig angesehen wird. Der Stamm sieht seine Landrechte und den Schutz von Trinkwasserquellen massiv gefährdet. 420 Umwelt- und Menschenrechts-NGOs protestieren in einem Brief an 17 involvierte Banken gegen die Übergriffe auf friedliche Demonstranten und fordern sie auf, sich für einen Stopp der Bauarbeiten an der Pipeline einzusetzen. (Pressemitteilung: urgewald, BankTrack, INFOE)

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