Sibirien

Vertreter der Schoren, deren Dorf für Kohleförderung zerstört wurde in Deutschland

что здесь будет IMG 7517Wladislaw Tannagaschew, Sprecher der "Bewegung für die Wiedergeburt von Kasas und des Schorischen Volks", dessen Dorf für den Kohlebergbau zerstört wurde, kommt nach Deutschland. Am 26. April wird er zusammen mit dem Umweltaktivisten Konstantin Rubachin in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin bei der Veranstaltung "Rohstoffimport aus Russland - Welche Rolle spielen Umwelt- und Bürgerrechtsstandards?“ sprechen. Um Anmeldung wird gebeten.

 

Kasas war ein Dorf im Gebiet Kemerowo das besser bekannt ist als der Kusbass, das Kusnezker Kohlebecken. Zuletzt war Kasas von allen Seiten von Kohlebergbau umgeben. Diejenigen Bewohner, die sich weigerten, der Kohlefirma ihre Grundstück zu verkaufen, wurden Opfer von Brandstiftung. Die vertriebene Bewohner haben bis heute kein nutzbares Ersatzland und keine angemessene Entschädigung erhalten. Infoe hat die Bewohner von Kasas bei der Erarbeitung und Einreichung eines Berichts an den UN-Antidiskriminierungsauschuss unterstützt.

 

Tschuktschisches Dorf verliert Zugang zu medizinischer Versorgung

Die Einwohner des Dorfs Uelen auf der Tschuktschen-Halbinsel im äußersten Osten Russlands müssen demnächst weitgehend ohne medizinische Versorgung auskommen.  Die Abteilung Gesundheit des Tschuktschischen Landkreises  hat die Öffentlichkeit darüber informiert, dass das KrankenhUelen an der Küste der Beringseeauspersonal ab dem 1. November auf 5 Personen reduziert wird und dass die Krankenhausbetten beseitigt werden.
 

Wie das Zentrum zur Unterstützung der Völker des russischen Nordens erfahren hat, liegt die Schließung an Geldmangel im Haushalt , weil Geld für eine dringende Schulsanierung im Nachbardorf Neschkan verbraucht wurde . Die Menschen sind besorgt über die Situation. Uelen ist die Heimat von mehr als 700 Personen und eine kleine medizinische Ambulanz ist nicht in der Lage, adequate medizinische Versorgung sicherzustellen, sagten Einwohner.

Tschuktische Aktivisten bereiten derzeit einen öffentlichen Appell zur Rettung des Kreiskrankenhauses an die Behörden und die Abgeordneten des regionalen Parlaments Tschukotkas vor.

Das Dorf Uelen ist berühmt für seine Elfenbeinschnitzereien. Heutzutage ist die Knochenschnitzerei von Uelen das  wichtigste Zentrum der Volkskunst der Tschuktschen und Yupik-Eskimo.

Quelle: csipn.ru

Trauer um nenzischen Aktivisten und Schriftsteller Juri Vella

Kurz vor seinem 66. Geburtstag starb in Westsibirien am 12. September 2013 der Poet, Rentierzüchter und Aktivist Juri Wella, geboren als Juri Kylewitsch Aiwaseda. Juri Wella gehörte dem Volk der Wald-Nenzen an und gehörte zu den Vorkämpfern für die Rechte der indigenen Völker Westsibiriens und den Bewahrern ihres Gedächnisses. Mit spektakulären Aktionen machte er in den 90er Jahren auf die desaströsen Auswirkungen der Öl- und Gasförderung in Westsibirien aufmerksam und erreichte damit auch internationale Aufmerksamkeit. Auch später gab der die Auseinandersetzung mit den Öl- und Gasfirmen niemals auf.

Er engagierte sich für neue, kulturell angemesse Formen der Schulbildung, so baute er auf seinem Wohnplatz eine Schule auf, in welcher indigene Kinder lernen konnten, ohne von aus ihrem Lebensumfeld fortgerissen zu werden. All dies tat er unprätenziös, mit Humor und ohne jemals die Bodenhaftung zu verlieren. Anders als die meisten  indigenen führenden Intellektuellen tauschte der das Leben in der Waldtundra nicht gegen das komfortable Großstadtleben.

Sein Tod reißt  eine tiefe Lücke in die Bewegung der indigenen Völker Russlands.

"In Memory of a Great Teacher" - Nachruf auf Juri Vella von Stephan Dudeck

Juri Wella

Russischer Indigenenaktivist in Norwegen von Abschiebung bedroht - vorläufig wieder auf freiem Fuß

alt

Nach zwei Tagen in Auslieferungshaft haben den norwegischen Behörden heute den indigenen Aktivisten Dmitry Berezhkov wieder auf freien Fuß gesetzt. Berezhkov, der früher Vizepräsident des indigenen Dachverbands RAIPON war, lebte seit anderhalb Jahren im norwegischen Tromsø, um der Verhaftung durch die russischen Behörden zu entgehen und studiert an der dortigen Universität. Er stammt von der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka und gehört der kleinen indigenen Ethnie der Itelmenen an. 

Nach seiner Teilnahme an der Vorbereitungskonferenz indigener Völker in Alta zur UN-Weltkonferenz über indigene Völker war Berezhkov am Donnerstagmorgen am Flughafen von Tromsø von Polizeibeamten festkommen worden. Grund war ein im März eingegangenes Auslieferungsgesuch der russischen Behörden.

Die russischen Behörden werfen Berezhkov Betrug und Unterschlagung vor. Nach Ansicht von Bjarne Store Jakobsen, einem Sámi und langjährigen Mitglied der Ureinwohner-Arbeitsgruppe der Barents-Kooperation ist der wahre Grund, dass  die russischen Behörden Berezhkov in ihre Gewalt bekommen wollen, um ihn zu Aussagen gegen andere führende Vertreter seiner Organisation zu zwingen.

Das Amtsgericht (Tingrett) von Nord-Troms wies das Auslieferungsbegehren der russischen Behörden zurück. Ein Vertreter der Polizeibehörde erklärte, dass man gegen die Freilassung keinen Widerspruch einlegen werde, aber eine Beschwerde gegen die Zurückweisung des Begründung des Auslieferungsbegehrens in Betracht ziehe.  Bis zu einer endgültigen Entscheidung über das Auslieferungsbegehren kann es noch länger dauern, die letztendliche Entscheidung liegt beim Justizministerium.

Quelle: ABC Nyheter: Russisk urfolksaktivist slippes fri i Tromsø

 

Russisches Justizministerium hebt Betätigungsverbot gegen RAIPON auf

Am 13. März 2013 hat das Justizministerium Russlands das im November 2012 verhängte Betätgungsverbot wieder aufgehoben. Diese Entscheidung erfolgte knapp zwei Monate, nachdem die Organisation in einem außerordentlichen Kongress die eigene Satzung den Forderungen des Ministeriums entsprechend geändert hat. Bis zuletzt herrschte Unsicherheit darüber, ob das Ministerium die Satzungsänderungen akzeptieren würden oder ob das De-Facto-Verbot der Organisation bestehen bleiben würde. In einem offenen Brief dankte Rodion Sulyandziga, Vizepräsident der Organisation, den vielen Unterstützern, deren beharrlicher Druck wohl entscheidend dazu beigetragen hat, dass das Ministerium die eigene Entscheidung schließlich widerrufen hat.

Gegen drohendes Verbot RAIPONs: Außerordentlicher Kongress der indigenen Völker Russlands

altAm Donnerstag den 24. Januar versammelt sich in Moskau 50 Delegierte aus 49 Regionnen Russlands zum Koordinationsrats RAIPONs, der Assoziation der kleinen, indigenen Völker Russlands, um ein weiteres Mal jene Beschlüsse zu fassen, die eine Schließung der Organisation, die über 40 Ethnien des russischen Nordens national und international vertritt, abwenden sollen.

Im Oktober hatte das russische Justizministerium ein sechsmonatiges Betätigungsverbot gegen die Organisation erlassen, weil diese es versäumt hätte, Mängel in der Satzung auszuräumen (u.a. dass das Logo der Organisation nicht in der Satzung festgelegt sei). Diese Anordnung erfolgte, nachdem RAIPON zwar die entsprechenden Satzungsänderungen in einem außerordentlichen Kongress beschlossen hatte, das Justizministerium sich aber weigerte, die Beschlüsse des Kongresses anzuerkennen.

Die Anordnung des Justizminsteriums hatte national und international Proteste und besorgte Reaktionen ausgellöst, insbesondere in den arktischen Staaten. Daraufhin hatte das Justizministerium in neue Gespräche eingewilligt und RAIPON die Abhaltung eines weiteren außerordentlichen Kongresses beschlossen. Ob das Justiizministerium die Beschlüsses dieses Mal anerkennt und das Betätigungsverbot gegen die größte Organisation indigener Völker in Russland aufhebt, bleibt abzuwarten.

Boris Zhirkov 15. Mai 1945 - 29. November 2012

Boris Zhirkov / Борис ЖирковBoris Zhirkov (Борис Жирков), der große Wiederentdecker der Kultur und Traditionen der Itelmenen Kamtschatkas starb am 29. November 2012. Boris befreite die Traditionen der Itelmenen aus der Ästhetik der sowjetischen Massenensembles und erlangte mit dem Ensemble Elvel (Эльвель) internationale Bekanntheit. Er war auch Wiederentdecker des intelmenischen "Alchalalalalaj", des wichtigsten itelmenischen Jahresfests, das sich seit seiner Wiederentdeckung zu einem regionalen Großereignis entwickelt hat, in dem die Ureinwohner der Halbinsel Kamtschatka alljährlich ihre lebendigen Kulturen zelebrieren. Nachruf auf der Website des nationalen Dachverbands der Ureinwohner Russlands, RAIPON