FIDH: Malische Armee verübt schwere Menschenrechtsverletzungen an Tuareg

Wie die Fédération internationale des ligues des droits de l’Homme(FIDH) berichet, finden im Malischen Kriegsgebiet Massenerschießungen und andere Menschenrechtsverletzungen statt, die sich insbesondere gegen die nach Unabhängigkeit strebende Urbevölkerung der Tuareg richten. So erklärt die Organisation, dass es am 10. Januar 2013 in Sévaré, Mopti , Niono und an anderen Orten in der Konfliktregion zu Massenerschießungen gekommen sei. In Sévaré wurden mindestens 11 Personen in einem Militärcamp hingerichtet, zudem berichteten verlässliche Zeugen von bis zu 20 weiteren Hinrichtungen in derselben Gegend. Die Leichen seien in großer Hast entsorgt worden, insbesondere, indem man sie in Brunnen geworfen habe. In der Gegend von Niono sollen Malische Soldaten zwei Tuareg getötet haben, zudem liegen weitere Berichte von Massenhinrichtungen in der zentralen Region des Landes vor.

In der Landeshauptstadt Bamako hat die Armee die Häuser von Tuareg durchsucht und geplündert.. Die Opfer der Verfolgungen sind Personen, die der Unterstützung der Dschihadisten verdächtigt werden, Menschen, die keinen Nachweis ihrer Identität vorlegen können, oder einfach Menschen, die zu bestimmten ethnischen Gruppen angehören, die allgemein als die "Hellhäutigen" bezeichnet werden.

"Diese Serie schwerer Menschenrechtsverletzungen bestätigt die Befürchtungen, die wir über mehrere Wochen geäußert haben. Diese Racheakte zusammen mit den extremen Spannungen, dei zwischen den Volksgruppen bestehen, stellen eine explosive Mischung dar, die uns für den Fall der Rückeroberung des Nordens das schlimmste befürchten lässt", erklärte FIDH-Präsidentin Souhayr Belhassen.

Weitere Informationen:

FIDH: "Abuses committed by Malian military: Urgent need for an independent investigation commission", 24. Januar 2013