COVID19 - eine tödliche Gefahr für Indianer Nordamerikas

In den USA gibt mittlerweile über 2 Millionen mit dem SARS2-Virus Infizierte. Ca 120.000 Menschen sind bisher an COVID-19 verstorben Über die verheerenden Auswirkungen der Pandemie auf den Reservaten der indigenen Bevölkerung wird jedoch kaum berichtet. Ihre Situation ist dabei besonders schwierig, denn es fehlt an allem, an medizinischer Ausrüstung genauso wie an Trinkwasser, Schutzmöglichkeiten und Geld.

Einem Bericht von tagesschau.de zufolge hatte "…das Indian Health Bord - jene Gesundheitsbehörde in Seattle, die sich um die Gesundheit der Native Americans kümmert - die Regierung um Testkits, Handschuhe, Masken und Schutzanzüge gebeten. Doch anstatt dieser konkreten Hilfslieferungen erhielten sie Leichensäcke und Zettel, um die Leichen zu beschriften." (Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles: Corona trifft Native Americans besonders hart..)

Weiterlesen

José Carlos Arara: immer aktiv im Widerstand gegen Belo Monte – nun hat ihn Covid-19 getötet

José Carlos Arara, Anführer der Arara-Indigenen der Terra Indígena Terrã Wãgã an der Volta Grande do Xingu und wichtiger Aktivist im Kampf gegen den Staudamm Belo Monte, ist am Dienstag, dem 9. Juni dieses Jahres an der dem Sars-Cov-2-Virus geschuldeten Krankheit Covid-19 verstorben. Er kämpfte gegen Belo Monte und Belo Sun, brachte das Gebahren der Firmen zur persönlichen Anzeige bei der Bundesstaatsanwaltschaft und war stets ein integrer Kämpfer, Verteidiger der Menschenrechte. Auch offen ausgesprochene Morddrohungen gegen ihn konnten ihn nicht von seinem Kampf abhalten.

Weiterlesen (Gegenstroemung.org)

Philippinen: Hetzkampagne auf Facebook gegen Cordillera Peoples Alliance

Die Cordillera Peoples Alliance (CPA), die Dachorganisation der indigenen Völker der Cordillera-Region im Norden der Philippinen, ist nach Kritik an der Regierung im Zusammenhang mit COVID-19 Ziel einer beispiellosen Hetzkampagne. Eine Petition auf Change.org fordert ein sofortiges Ende der Hetzkampagne sowie eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge.

Die CPA wurde 1984 von 27 indigenen Organisationen aus der Region zum Schutz der Stammesgebiete und die Stärkung der Selbstbestimmung der indigenen Gemeinschaften in der Cordillera Region gegründet. Seitdem hat sie in dieser von Konflikt geprägten Region viel für einen echten Frieden auf Grundlage der Menschenrechte bewirkt.

Weiterlesen

Neue Studie: FPIC-Protokolle - Selbstbestimmte Entscheidungsfindung indigener Völker

Helen Tugendhat, Cathal Doyle und Andrew Whitmore

"Was wir wollen, ist, dass sie uns unser eigenes Entwicklungsmodell lassen und unser Recht respektieren, es zu schützen und zu verwirklichen."

Luz Gladis Vila Pihue , Gründer und ehemaliger Präsident des Gründungskongresses der Nationalen Organisation der indigenen Frauen der Anden und des Amazonas in Peru (ONAMIAP)

Die Publikation “Los protocolos de consentimiento libre, previo e informado como instrumentos de autonomía”  ist jetzt (April 2020) in spanischer Sprache erschienen. Es ergänzt die englische Version “Free Prior Informed Consent Protocols as Instruments of Autonomy: Laying Foundations for Rights Based Engagement” die beim UN-Forum für Wirtschaft und Menschenrechte im November 2019 vorgestellt wurde. Sie untersucht das Potenzial dieser autonomen FPIC Protokolle als Beitrag zum Kampf indigener Völker für Selbstbestimmung , Selbstverwaltung und die territoriale Kontrolle.

Weiterlesen

Notstand im Amazonasgebiet: Indigene von COVID-19 bedroht: INFOE und Klima-Bündnis rufen zur Unterstützung indigener Völker auf

Gemeinsame Pressemitteilung des INFOE, Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie, und des Klima-Bündnis

Frankfurt am Main, 21. April 2020. Der COVID-19-Virus stellt auch die indigenen Völker des Amazonasbeckens vor eine enorme Herausforderung. Nach den verheerenden Bränden im letzten Jahr erklärte die Partnerorganisation des Klima-Bündnis, der Dachverband der indigenen Völker des Amazonasbeckens (COICA), erneut den Notstand.

„Die Situation ist wirklich sehr schwierig. Das Militär versagt bei den Kontrollen der Boote und Transporter. Auch die schleppend anlaufende Belieferung der Gemeinden mit Nahrungsmitteln und medizinischen Materialien geht ohne Schutzvorkehrungen vonstatten.“, sagt Lizardo Cauper, Präsident der peruanischen Vertretung indigener Völker, AIDESEP.

Weiterlesen

Indigene Völker in der Corona-Krise

Indigene Völker sind unterschiedlich stark von der Corona-Pandemie betroffen, je nachdem in welchem Land bzw. welcher Region sie leben. Ihre unterschiedlichen Situationen rufen auch unterschiedliche Strategien zum Umgang mit der Krise und den jeweils auferlegten Maßnahmen hervor.

In Brasilien ziehen sich indigene Gemeinschaften in die freiwillige Isolation zurück, um sich vor der Pandemie zu schützen. Die brasilianische Indigenenpolitik unter Präsident Bolsonaro ist gekennzeichnet durch Menschenrechtsverletzungen, die Ausbeutung indigener Territorien und die drohende Aberkennung oder Aufhebung indigener Rechte und geschützter Gebiete. Hier ist keine Unterstützung für indigene Gemeinschaften in Zeiten der Corona-Krise zu erwarten. Im Gegenteil soll die staatliche Indigenenbehörde FUNAI erlassen haben, dass „freiwillig isoliert lebende indigene Völker aus Schutz vor der Pandemie“ kontaktiert werden dürfen.

Weiterlesen (INFOE-Blog "Indigenes Wissen und Klima")

Im Fadenkreuz von Bolsonaro

Bolsonaro-Regierung droht mit dem Ausstieg aus der ILO-Konvention 169, um industrielle Landwirtschaft, Bergbau und Wasserkraftnutzung in indigenen Territorien Brasiliens durchzusetzen.

Von Camila de Abreu und Christian Russau

Die deutsche Bundesregierung hat in ihrem aktuellen Koalitionsvertrag festgehalten, dass es in dieser Legislaturperiode zu einer Unterzeichnung und Ratifizierung seitens Deutschlands der ILO-Konvention 169 zum Schutze der Rechte Indigener geben würde. Dies wäre ein starkes Zeichen, an andere Länder, wie beispielsweise Brasilien, das einer von Deutschlands sogenannten strategischen Partnern ist, deren aktueller Präsident, der rechtsextreme Hauptmann a.D., Jair Bolsonaro, unverhohlen damit droht, dass Brasilien aus der Konvention 169 austrete.

Weiterlesen (GegenStrömung)

Weitere Beiträge ...