Wie leben Kinder in Uganda? Was wächst dort im Garten? Welche Musik singen sie – und was haben Kinder in Deutschland und Uganda gemeinsam?
Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler zweier dritter Klassen der Grundschule Winnweiler in Vorbereitung auf eine virtuelle Begegnung mit einer gemischten Kindergruppe aus der Bidibidi-Flüchtlingssiedlung in Uganda, die von der lokalen Organisation I CAN South Sudan (ICSS) und ihrer engagierten Mitarbeiterin Esther Atem begleitet wird. Die Kinder in Winnweiler hatten Esther bereits im Oktober 2025 persönlich kennengelernt.
In den Wochen vor dem Chat – der über das Programm BtE-Chat von Engagement Global gefördert wurde – lernten die Kinder Uganda anhand von Fotos, Kurztexten, Filmen und Geschichten kennen. Sie beschäftigten sich mit Kultur, Landschaft, Tieren, Pflanzen und dem Alltag von Kindern. Besonders lebendig wurde die Vorbereitung durch die Musik: Die Kinder hörten und sangen ugandische Lieder, übten gemeinsam und bereiteten auch eigene musikalische Beiträge für den Austausch vor.

®Katrin Bank, siebentagephotographie
Ein weiterer Schwerpunkt war der Schulgarten. Im Hochbeet wurden Tomaten und Zucchini gepflanzt und Bohnen für ein Bohnentipi vorgezogen. Die Kinder beobachteten das Wachstum, gossen und pflegten die Pflanzen. Dabei verglichen sie, was bei uns wächst und welche Pflanzen und Lebensmittel in Uganda eine Rolle spielen. Auch Fragen zur Aufgabenverteilung im Alltag wurden anhand von Geschichten und Beispielen aus beiden Lebenswelten besprochen.
Mit Fotos aus dem eigenen Garten, vorbereiteten Liedern und vielen Fragen starteten die Klassen aus Winnweiler und Bidibidi in den virtuellen Austausch.
Zu Beginn stand das Thema Musik im Mittelpunkt. Die erste 3. Klasse aus Winnweiler präsentierte gemeinsam mit ihrer Musiklehrerin drei zuvor einstudierte Lieder. Eines davon war in einer Sprache, die auch einige Kinder im Flüchtlingslager sprechen, und sorgte in Bidibidi für großen Applaus. Anschließend stellten die Kinder aus Uganda ein selbst geschriebenes Lied über Frieden und Zusammenhalt vor, das ebenfalls begeistert aufgenommen wurde.
Danach tauschten sich die Kinder in einer Fragerunde über ihren Alltag aus: Wie sieht der Schulweg aus? Welche Musik hören sie gerne? In welcher Klasse sind sie und was sind ihre Lieblingsfächer? Besonders beim Thema Fußball wurden viele Gemeinsamkeiten entdeckt – einige Kinder teilten sogar denselben Lieblingsverein oder Lieblingsspieler.

®Katrin Bank, siebentagephotographie
Anschließend wechselten die Klassen aus Winnweiler. Im Mittelpunkt der zweiten Begegnung standen der Schulgarten und die Landwirtschaft. Die Schülerinnen und Schüler zeigten anhand von Fotos, was sie bisher angebaut hatten. Sie erläuterten wie in Deutschland ein Hochbeet aussieht und wie sie ein Bohnentipi angelegt hatten. Die Kinder aus Bidibidi präsentierten ebenfalls ihre Beete und berichteten, welche Pflanzen sie bereits angebaut haben oder gerade anpflanzen. Dabei erfuhren die Kinder aus Winnweiler auch, dass es in Uganda im Gegensatz zu Deutschland nur zwei Jahreszeiten gibt.

®ICSS
In einer weiteren Fragerunde erhielten beide Seiten Einblicke in ihren Alltag. So konnten die Kinder Gemeinsamkeiten entdecken, aber auch Unterschiede kennenlernen. Besonders schön war zu sehen, mit welchem Stolz die Kinder aus Bidibidi ihre Musik und ihre Gartenarbeit präsentierten und wie interessiert und offen sich beide Gruppen begegneten. Die Kinder in Bidibidi leben als Geflüchtete unter besonderen Bedingungen und nicht im gleichen Alltag wie andere Kinder in Uganda. Für viele ist es aufgrund der unsicheren und nicht immer harmonischen Lebenssituation im Flüchtlingslager schwierig, ein unbeschwertes Leben zu führen. Umso schöner war zu sehen, mit wie viel Freude und Begeisterung sie sich beim gemeinsamen Spielen und Lernen beteiligten.
Die Schülerinnen und Schüler aus Winnweiler begegneten den Kindern in Bidibidi mit Offenheit und Respekt. Dabei entdeckten sie überraschende Gemeinsamkeiten – insbesondere die gemeinsame Freude am Fußball. So entstand ein lebhafter Austausch, bei dem die Kinder voneinander lernen und trotz der großen räumlichen Distanz miteinander in Kontakt treten konnten. Der Austausch war für die Kinder eine außergewöhnliche Erfahrung. Durch Musik, Gartenarbeit, Bilder, Geschichten und den direkten Kontakt wurde Uganda nicht nur als fernes Land kennengelernt, sondern als Lebenswelt von Kindern, mit denen man Gemeinsamkeiten entdecken und Unterschiede verstehen kann.
Besonders hervorzuheben sind das große Engagement der beiden Lehrerinnen aus Winnweiler und des Teams von ICSS in Uganda sowie die Offenheit, Neugier und Begeisterung der Kinder auf beiden Seiten. Aus einem digitalen Chat wurde so eine echte Begegnung über Kontinente hinweg – mit vielen neuen Eindrücken.
INFOE unterstützt die Arbeit von ICSS in Bidibidi mit Hilfe von Spendengeldern vom Sonnencent-Programm der EWS, der Weingarten-Ausschüttung der KG Ponyhof, der ecocrowd community in Trägerschaft der Deutschen Umweltstiftung sowie durch Förderung durch die Georg-Kraus-Stiftung. Dank dieser Förderungen können Kinder und Frauen, Einrichtung und Energieversorgung sowie Schul- und Ausbildungsprogramme unterstützt werden. Mehr erfahren Sie in Kürze auf unserer Webseite.

