Wald

Bonn - Montreal - Den Haag

Wem gehört die biologische Vielfalt? Bei der Arbeitsgruppensitzung der Biodiversitäts-Konvention zum Thema "Geistiges Eigentum" in Montreal im Februar trafen sich Regierungsrepräsentanten und Vertreter betroffener Gruppen. Neben Mitgliedern des Indigenen Forums (IIFB) nahmen auch Vertreter von Konzernen, beispielsweise aus der Pharmaindustrie, an der Konferenz teil. Das zeigt, dass hier massive Wirtschaftsinteressen im Spiel waren. Sichtbar wird dies etwa am Beispiel des Wissens um die Wirkungsweise von Heilpflanzen, das Indigene als ihren kollektiven geistigen Besitz betrachten und an dem die Produktentwickler von Pharmazeutika heftigstes Interesse haben, da sie, im Besitz dieses Wissens, Milliarden Euro an Entwicklungskosten sparen. Hier treffen grundsätzlich unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, was die Definition von Wissen angeht: Auf der einen Seite stehen Indigene, deren kulturelles und oft genug auch physisches Überleben von der Nutzung ihres tradierten Wissens abhängt, das etwa in Form von mündlicher Überlieferung, von Liedern, Fertigkeiten und Fähigkeiten weitergegeben wird. Auf der anderen Seite Wirtschaft und Wissenschaft, die Wissen überwiegend vom ökonomischen Standpunkt aus betrachten. In diesem Kontext ist die Aufgabe beispielsweise von NGOs, in Zusammenarbeit mit indigenen Organisationen deren Rechte zu stärken oder überhaupt erst zu implementieren. Durch diese Zusammenarbeit, vor allem aber natürlich durch die intensive Arbeit indigener Organisationen ist es immerhin gelungen, dass Indigene im Prozess der Biodiversitäts-Konvention als wichtige Teilnehmer wahrgenommen werden. Das heißt aber keinesfalls, dass auch ihre Rechte etwa auf selbstbestimmte Nutzung ihres geistigen Eigentums, die sie immer wieder konkret einfordern, auch anerkannt werden. Da ist noch ein großes Stück Arbeit zu leisten. Bei der Tagung in Montreal wie auch bei der CBD-Tagung im März in Den Haag, dem so genannten Urwald-Gipfel, war infoe durch eine Mitarbeiterin vertreten.