Wald

Mapuche von Polizei getötet

Protest in Chile Die Situation der Mapuche, dem zahlenmäßig größten indigenen Volk in Chile, die die Rückgabe ihrer Ländereien, die ihnen von Holzkonzernen, Großgrundbesitzem und dem chilenischen Staat genommen wurden, hat sich in den letzten Monaten zunehmend verschärft. Tragischer Höhepunkt der jüngsten Auseinandersetzungen ist der Tod eines jungen Mapuche. der am 13. November 2002 an den Folgen eines Kopfschusses durch chilenische Polizisten starb. Dies ist der erste Todesfall im Zusammenhang mit der Bewegung zur Rückgewinnung der Mapuche-Ländereien und damit besonders Besorgnis erregend, kann dies doch bedeuten, dass die chilenischen Autoritäten auch in Zukunft mit Waffengewalt gegen die Mapuche vorgehen. Anlässlich dieses Todesfalls und der Repressalien der Regierung haben die Mapuche-Organisationen, darunter der Consejo de Todas las Tierras, am 18. November 2002 einen Marsch in der Stadt Temuco organisiert und den Rücktritt der betreffenden Polizeigeneräle und des Landrats der Zehnten Region sowie die Ernennung eines Ministers durch die Regierung zur Entwicklung eines offenen Dialogs und einer gerechten Beziehung zwischen den indigenen Völkern und dem Staat gefordert. Der Consejo de Todas las Tierras, mit dem infoe in kontinuierlichem Kontakt steht, wurde im September 2002 selbst Opfer der chilenischen Justiz. Zwei Vertreter des Consejo wurden angeklagt, 2001 in einem Gerichtssaal einen Aufruhr verursacht zu haben, obwohl selbst Polizeibeamte erklärten, dass sich die Beiden für eine Verständigung zwischen anwesenden Mitgliedern der Mapuche-Gemeinde, deren Oberhaupt angeklagt war, und den Gerichtsbeamten einsetzten. Sie wurden zunächst zu anderthalb Jahren Haft und einer erheblichen Geldbuße verurteilt. Dieses Urteil wurde jedoch revidiert und auf 60 Tage Haft und eine geringere Geldbuße gekürzt. Infoe hat sich an einer Briefkampagne europäischer Unterstützerorganisationen an die betreffenden Richter beteiligt und ist in Kontakt mit Unterstützergruppen der Mapuche und des Consejo. Zudem unterstützte infoe den Consejo als Vertreter des Koordinierungskomitees des Internationalen Indigenen Forums zu Biodiversität für die Region Cono Sur in der Vorbereitung auf die Tagungen über die biologische Vielfalt in Montreal und Den Haag im Frühjahr des letzten Jahres. Sabine Schielmann