Wald

„Schluss mit dem Plündern der Territorien unserer Vorfahren!“ - Erklärung der Indigenen Amazonies

vom 20.12.2008 in Coca, Orellana, zur Regierungspolitik Ecuadors In einer Sitzung am 19. und 20. Dezember 2008 in Coca, Orellana, Ecuador erarbeiteten Nationalitäten, Indigene Völker, Bauern- und soziale Organisationen des ecuadorianischen Amazonasgebietes eine Agenda für Amazonien. Angesichts der drohenden Ausbreitung der Rohstoffförderung, gefördert durch die nationale Regierung und transnationale Konzerne, welche im neuen Minengesetz deutlich werden, die unmittelbar die Territorien der Nationalitäten, Völker und Gemeinden im ecuadorianischen Amazonasgebiet betrifft, erklären wir:   1. Wir fordern vom Staat und der nationalen Regierung die uneingeschränkte Achtung der Einhaltung der kollektiven Rechte in der Verfassung und den internationalen Übereinkommen und Instrumenten wie der ILO-Konvention 169, UN-Erklärung über die indigenen Völker, etc. 2. Wir verlangen vom Staat die Achtung der Entscheidungen der Nationen, Völker, lokalen Gemeinden, sozialen und Bauernbewegungen. 3. [Wir fordern] sicherzustellen, dass der Staat das Recht der Mutter Erde achtet, wie es in der Präambel der neuen [staatlichen] Verfassung konstatiert wird. Es ist die Pflicht des Staates, die aktuelle Verfassung einzuhalten, die einzelnen Artikel, die von der ecuadorianischen Bevölkerung beschlossen wurden, umzusetzen, und nicht die Interessen der Öl-, Holz- und Minenunternehmen zu vertreten. 4. [Wir verlangen weiterhin] dass sämtliche extraktiven Aktivitäten auf den Territorien der indigenen Völker, Nationalitäten und Bauern verboten werden. NEIN ZUM BERGBAU, NEIN ZUR ERDÖLFÖRDERUNG, NEIN ZU IIRSA (Infrastruktur-Megaprojekte), NEIN ZU HOLZEINSCHLAG, NEIN ZU WASSERKRAFTANLAGEN, NEIN ZU DEN UMWELTDIENSTLEISTUNGEN . 5. Wir klagen den ecuadorianischen Staat vor den internationalen Organen an, Menschen- und kollektive rechte verletzt und nicht eingehalten zu haben. 6. Die Direktion von CONAIE verlangt den Schutz der Rechte und die territoriale Integrität der indigenen Völker in freiwilliger Isolation. 7. [Wir verlangen], dass -in Übereinstimmung mit der Verwirklichung der Ernährungssouveränität in Ecuador - die Toxizitätskategorien von Pestiziden (extreme und sehr giftig (1A und 1B)), welche 5% der Pestizide im Land ausmachen, aufgehoben werden. 8. Wir lehnen jede Form der Kriminalisierung, Verfolgung, Stigmatisierung und Inhaftierung der Führer der Organisationen, die das Recht verteidigen, ab. 9. Wir verurteilen und lehnen alle Formen der Teilung und Fragmentierung der indigenen Organisationen ab, welche von der Regierung und ihren Institutionen betrieben wird. 10. Die Völker, Nationalitäten, sozialen und landwirtschaftliche Sektoren bieten Alternativen für eine nachhaltige Entwicklung auf der Grundlage der Prinzipien des Sumak Kawsay, der alternativen Energien, Landwirtschaft, ethischem, ökologischen und Gemeindetourismus. 11. Wir Völker, Nationalitäten, soziale und landwirtschaftliche Sektoren erklären ständige Alarmbereitschaft und wir üben unser Recht auf Widerstand aus, welches in der neuen Verfassung garantiert ist. Wir appellieren an die nationale Einheit, dass wir historisch ausgeschlossenen Sektoren alle das Leben und die nationale Souveränität verteidigen! (Übersetzung: Bärbel Henneberger)