Ist der Regenwald noch zu retten? 09.05.2012

Ist der Regenwald noch zu retten?

Vom Leben und Überleben indigener Völker
im Konflikt zwischen Ölförderung und Umweltschutz im ecuadorianischen Amazonastiefland

Vortrag von Philip Gondecki im Gemeindehaus Markt, Goch

Im Kontext dynamischer Globalisierungsprozesse führen die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Erdölförderung im ecuadorianischen Amazonastiefland zu komplexen Konflikt- und Wandlungsprozessen. Diese betreffen insbesondere die Lebensräume und Lebensweisen der lokalen indigenen Bevölkerung und führen einerseits zu Anpassungszwängen, andererseits eröffnen sie neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.

Der Vortrag fokussiert die Interessenkonflikte zwischen Ölförderung und Umweltschutz im Yasuni Nationalpark, einem weltweit einmaligem Zentrum der Biodiversität, den es im Spannungsfeld zwischen lokaler und globaler Ebene als Kontakt- und Konfliktzone vielfältiger Akteure und Interessen zu verstehen gilt.

Als lokale Bevölkerung des Yasuni steht das indigene Volk der Waorani im Mittelpunkt des Vortrags, der sich aus ethnologischer Perspektive mit der Geschichte und Gegenwart Amazoniens auseinandersetzt, Einblicke in die sich wandelnde Lebenswelt und Kultur der Waorani gibt und die Herausforderungen ihrer Überlebensstrategien zwischen Tradition und Moderne erläutert.

Im Hinblick auf die zunehmende Erschließung Amazoniens für die Ölförderung und Ressourcenausbeutung und die damit einhergehende Zerstörung der Regenwälder und Lebensräume indigener Völker, wird auch die Frage unserer globalen Verantwortung diskutiert.

Am Beispiel des Verbands der Waorani-Frauen[1], die sich gegen die negativen Auswirkungen der Ölförderung in ihrem Territorium im Yasuni wehren und sich über den Verkauf ihres Kunsthandwerks aus nachhaltig genutzten Ressourcen des Waldes finanzieren, werden Perspektiven und Möglichkeiten internationaler Solidarität und Zusammenarbeit aufgezeigt, um die indigenen Völker Amazoniens in der Umsetzung ihrer Lebensprojekte im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen und einen Beitrag zum Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt unserer Erde zu leisten.  

 

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[1]Asociación de Mujeres Waorani de la Amazonía Ecuatoriana (AMWAE), http://waoraniwomen.org/eng/index.html(27.03.2012).