von Aylin Coña Schielmann

Im Rahmen der BNE-Aktionstage 2025 in Rheinland-Pfalz und des INFOE-Bildungsprojekts Vom Nachhaltigkeitswissen indigener Völker draußen und virtuell lernen fand am 05.09.2025 in Zusammenarbeit mit der Wildnisschule am Donnersberg auf dem Messersbacherhof der erste Multiplikator*innen-Workshop für Pädagog*innen, Lehrkräfte und Multiplikator*innen der Bildungsarbeit zu nachhaltiger Entwicklung und Globalem Lernen statt. In Multiplikator*innen-Workshops mit unterschiedlichen Zielgruppen werden im Rahmen des im Mai gestarteten Projekts in einem Vorgängerprojekt erstellte BNE-Outdoor Module zum Einbezug von indigenem Wissen umgesetzt. In diesem Workshop ging es wesentlich um das Modul zu sprachlicher/kultureller und biologischer Vielfalt.

Zu Beginn des Tages am Messersbacherhof gab es eine kleine Führung über das Gelände, um sich mit dem Ort vertraut zu machen. Die Teilnehmenden hatten dann noch etwas Zeit, um anzukommen und bei einem kleinen Streifzug durch die Natur ein Symbol für ihr ‚Hiersein‘ zu finden und sich mit dieser Wahrnehmungsübung auf indigenes Wissen einzustimmen, das einzigartig und ortsgebunden ist. Anschließend traf man sich im Kreis zu einer Begrüßungsrunde, in der kurz vorgestellt wurde, worum es gehen wird und welche Erwartungen die Teilnehmenden mitbringen.

Der erste Programmpunkt fand auf der angrenzenden Wiese statt: Mithilfe von Schnüren und Stöcken wurde eine Weltkarte gelegt. Dies half dabei, sich die Welt als Ganzes bewusst zu machen und besser vorstellen zu können. Im anschließenden Rollenspiel erfuhren die Teilnehmenden, wo bestimmte indigene Völker leben und was sie jeweils ausmacht. Die einzelnen Gruppen präsentierten, was sie durch ihre Infokarten über „ihre“ indigenen Völker und im Austausch herausgefunden hatten. In diesem etwas anderen ‚Weltspiel‘ erfuhren die Teilnehmenden spielerisch von den Traditionen der Karen aus Thailand, der nachhaltigen Waldwirtschaft der Menominee in Wisconsin, dem Heilwissen der Mapuche in Chile, der Wanderweidewirtschaft der Karamojong in Uganda sowie dem Konzept des „guten Lebens“ der Kichwa in Ecuador. Die Beispiele erweiterten den Blick auf Nachhaltigkeit und globale Herausforderungen und ermöglichten das Erkennen von Zusammenhängen zwischen unserer Lebensweise und der Lebenssituation indigener Gemeinschaften.

Nach einer kleinen Pause, in der auch Raum für Austausch zwischen den Teilnehmenden war, folgte eine kurze Wanderung. Hierbei konnten die Teilnehmenden mithilfe von Wahrnehmungsübungen und Geschichten weiter in das Wissen und die kulturellen Praktiken indigener Gemeinschaften eintauchen. Es wurden Spiele und Geschichten eingebunden, die mit der Umgebung in Verbindung standen, um deutlich zu machen, wie stark indigene Völker mit ihrer Umwelt verwoben sind und sich kulturell damit identifizieren. Schließlich wurde ihnen noch Zeit gegeben, sich intensiver mit einer Pflanze zu beschäftigen und in Ruhe ihren Verbindungen zu Natur, zu indigenem Wissen sowie Pflanzenwissen nachzuspüren.

Zurück am Platz tauschte man sich über Materialien, Module und Geschichten sowie über deren mögliche Einsatzgebiete in der eigenen pädagogischen Arbeit aus. Die Teilnehmenden erkundeten, wie das Wissen indigener Völker mit ihrer Arbeit als Lehrer*innen, Wildnis-, Natur- und Umwelt- sowie Erlebnispädagog*innen verbunden werden kann.

Der Tag wurde mit einer abschließenden Feedbackrunde abgerundet. Hierbei wurde herausgestellt, dass der Workshop vielfältige und wertvolle Impulse gab, wie durch einen achtsamen Umgang mit der Natur lebensdienlich gewirkt, unsere eigenen sowie die Lebensgrundlagen indigener Völker geschützt und diese Inhalte in die Bildungsarbeit eingebracht werden können. Jedoch konnte an diesem Tag nur ein erster Einblick in das umfangreiche und komplexe Thema ‚Indigenes Wissen in der Bildungsarbeit‘ ermöglicht werden. Weitere Workshops werden sich mit dem Thema beschäftigen und die Einsatzmöglichkeiten der Module anhand jeweils eines Beispiels einer indigenen Gemeinschaft vertiefen.