von Ella Wiesenhütter, INFOE-Praktikantin

In Karamoja, dem Nordosten von Uganda leben die Karamojong als eine von vielen ethnischen Gruppen hauptsächlich von der Viehzucht und ihren landwirtschaftlichen Erträgen, während sie mit ihren Rinderherden umherziehen. Diese Form der agropastoralen Lebensweise wird häufig als klimaschädlich kritisiert, allerdings ist gerade diese Mobilität der Karamojong ausschlaggebend für eine nachhaltige Viehzucht, da sie sich dabei nach Dürre- und Regenperioden richten. Dies macht den Pastoralismus in Karamoja höchst resilient und flexibel gegenüber dem Klimawandel und seinen Folgen. Gleichzeitig wird die Lebensweise der Pastoralist:innen durch knapper werdende Ressourcen und Land sowie Landnutzungskonflikte zunehmend eingeschränkt und erfährt wenig Wertschätzung von der ugandischen Regierung.

Seit einiger Zeit arbeitet INFOE bereits mit den Karamoja Herders of the Horn (KHH) und den Karamojong in gemeinsamen Projekten zu Pastoralismus zusammen. Bei KHH handelt es sich um eine indigene Nicht-Regierungsorganisation, deren Aufgabe der Erhalt, die Stärkung und der Schutz der traditionellen pastoralen Lebensweise ist, ebenso wie die Sicherung der Rechte der Karamojong auf nationaler Ebene.

Auf Grund von anhaltender Dürre herrscht in Karamoja nun seit zwei Monaten eine Hungersnot, die hunderttausende Menschen betrifft und bereits 19 Menschenleben gefordert hat. Diese Dürre wird als Folge der Klimakrise eingestuft und trifft die ohnehin sehr trockene Region schwer. Die Bevölkerung, die zu einem Großteil aus Karamojong besteht, ist auch wegen der auf Landwirtschaft basierenden Lebensweise besonders betroffen. Generell handelt es sich bei Karamoja um eine strukturell benachteiligte Region, die durch fehlende Investitionen der nationalen Regierung kaum auf eine solche Krise vorbereitet wurde. Hinzu kommt die ausbleibende humanitäre Unterstützung aus den USA, welche unter Präsident Trump massiv gekürzt wurde.

®Karamoja Herders of the Horn

Vor diesem komplexen Hintergrund bleibt die Lage angespannt, während tausende Menschen durch Mangelernährung gefährdet sind und die KHH sich bemühen den Karamojong in dieser Krise mit Nahrungsmitteln zur Seite zu stehen. Besonders im Internationalen Jahr der Weidelandschaften und Hirten ( 2026 IYRP) ist es INFOE ein Anliegen die Pastoralist:innen in Karamoja nicht allein zu lassen, weshalb wir Sie bitten die Arbeit unserer Partner:innen bei KHH im Kampf gegen den Hunger zu unterstützen.

Eine Spende können Sie mit dem Kennwort Karamoja an die IBAN DE72 4306 0967 4068 2739 03 weiterleiten und wir stellen Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus (bitte die Adresse nicht vergessen). Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung!

Weitere interessante Artikel zu Karamoja, den Karamojong und KHH finden Sie hier:

https://www.infoe.de/blog_post/kommunale-landnutzung-und-pastorale-landrechte-in-karamoja-ein-beitrag-von-esther-atem-aus-uganda/

https://www.infoe.de/blog_post/wir-erfahren-was-koelner-hirtinnen-mit-den-karamojong-in-uganda-verbindet/

Flyer Spendenaufruf Hungersnot in Karamoja
Flyer Spendenaufruf Hungersnot in Karamoja