Ende September 2025 wurde in Köln die Konferenz der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA) veranstaltet. Thematisch hat sich die Konferenz mit „Un/Commoning Anthropology: Sozial- und Kulturanthropologie und die Frage, was – wem – gemein sein soll“ beschäftigt. Neben fast 700 Sozial- und Kulturanthropolog*innen nahm auch INFOE mit Esther Atem (Karamoja Herders of the Horn, langjährige Partnerin von INFOE), Sabine Schielmann (Vorstandsvorsitzende) und Tanja Löbbecke (Vorstandsmitglied) teil.     

Im Rahmen des Workshops „Common(ing) Values and Values In-Common“ haben Esther Atem und Tanja Löbbecke über „Shared Values and sameness through Etamam“ (mehr dazu hier) gesprochen und die offene Frage in den Raum gestellt, inwieweit ethnologische Arbeit echte Unterstützung auf Augenhöhe bieten kann. Sowohl bei dem Workshop als auch neben der Konferenz kam es zu bereichernden Austauschen und es wurde großes Interesse an Esther Atems Perspektiven und ihrer Arbeit (z.B. mit INFOE) gezeigt sowie Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit besprochen. Dies war der Auftakt des Besuches von Esther Atem in Deutschland, bei welchem noch weitere Veranstaltungen folgten: eine Multiplikator*innen-Wanderung in der Wahner Heide und ein Workshop zu kultureller Resilienz im Allerweltshaus (mehr hier) sowie ein Workshop beim BNE Festival in NRW und ein Besuch in einer Grundschule (mehr hier).  Gemeinsam mit Esther wurden Module zu Wanderweidewirtschaft, kultureller Resilienz und dem Leben der Karamojong Frauen aus vorangegangenen Projekten umgesetzt. Mit den Begegnungen wurde die Partnerschaft zwischen der Organisation Karamoja Herders of the Horn in Uganda und dem Ethnologischen Institut der Universität zu Köln vertieft.

Auch Sabine Schielmann hat mit Jennifer Kappmeier-Klenk (BNE-Agentur, NUA NRW) auf der DGSKA-Konferenz im Lab „Un/Commoning the Classroom?“ über die Integration indigenen Wissens in virtuellen Austauschprogrammen und Lernen im Freien gesprochen. Mit den weiteren Vortragenden, Teilnehmenden des Labs und Mitgliedern der AG Ethnologie und Bildung wurde über die Herausforderungen und Gelingensbedingungen für eine sensible und für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit mit indigenen Personen und ihrem Wissen in der Bildungsarbeit diskutiert. Zudem wurde die praktische Anwendung der Ethnologie und des ethnologischen Wissens in der Gesellschaft von Studierenden und Dozierenden thematisiert. Somit konnte INFOE auf der DGSKA-Konferenz die Zusammenarbeit mit dem Fach Ethnologie intensivieren und die eigene Bildungsarbeit mit indigenen Vertreter*innen und ihrem Wissen gemeinsam mit Wissenschaftler*innen reflektieren. Mit den nun vertieften Kontakten und Kooperationen kann weiter erarbeitet werden, wo und wie ethnologisches und indigenes Wissen in die Gesellschaft getragen werden kann, um transformative Prozesse anzustoßen, um die Zusammenarbeit mit indigenen Vertreter*innen, Organisationen und ihrem Wissen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (selbst-)kritisch zu betrachten und weiterzuentwickeln.

von Tanja Löbbecke