Wald & Waldschutz

Wälder, die von indigenen Völkern verwaltet werden, sind die Artenreichsten und Intaktesten der Erde. Landnahme, Extraktivismus, die Einrichtung von Schutzgebieten und die Auswirkungen des Klimawandels gefährden aber vielerorts die Lebensweise indigener Gemeinden und damit auch ihr Wissen und Praktiken für eine nachhaltige Waldnutzung und den Waldschutz. INFOE arbeitet daher mit ‘wald-verbundenen’ indigenen Gemeinschaften in verschiedenen Regionen und Ländern zusammen und unterstützt ihre Anliegen zum Erhalt der Wälder, dem Schutz ihres Wissens und der Respektierung ihrer Rechte insbesondere auch gegenüber Interessenvertreter*innen und Entscheidungsträger*innen in Deutschland.

Im Rahmen des INFOE Projekts zur Förderung der Beteiligung und der Rechte indigener Völker in Waldklimaschutzvorhaben, das von März 2012 bis Oktober 2015 durchgeführt wurde, waren u. a. indigene Vertreter*innen aus Kongo, Ecuador, Kamerun, Peru, den Philippinen, Vietnam und Sibirien in einen Großteil der insgesamt 15 Veranstaltungen eingebunden, um über ihre Situation, ihre Erfahrungen und Waldschutzstrategien zu informieren. Mit Vertreter*innen umwelt- und entwicklungspolitischer NROs, Mitarbeiter*innen der Ministerien, Abgeordnet*innen und interessierte Bürger*innen fand ein Austausch über die Verknüpfungen zwischen dem Engagement deutscher Akteure im Bereich des Wald- und Klimaschutz und den Lebensbedingungen, den Rechten und den natürlichen Lebensgrundlagen indigener und lokaler Waldbewohner*innen statt. Dabei standen häufig Menschenrechtsfragen im internationalen Waldschutz und der REDD-Mechanismus im Zentrum der Diskussionen.

Bildungsmaterialien:

Arbeitshilfe: Wälder und Indigene Völker
Präsentation: Wälder und Indigene Völker
Factsheet Indigene Völker und Wald

Publikationen:

Fallstudie: Indigenous Participation and Rights in the REDD/CCAD/GIZ Program in Central America
Fallstudie: Impacts of German private sector involvement for Indigenous Peoples and Local Communities in the Maï-Ndombe REDD+ Project in the Democratic Republic of Congo
Fallstudie: Free, Prior and Informed Consent in REDD: Complying with Prerequisites in Laos
Fallstudie: Legislation not necessarily a Guarantee to the Exercise of FPIC in the Philippines
Fallstudie: Deforestation, REDD and Takamanda National Park in Cameroon
Fallstudie: Herausforderungen in der Umsetzung des SocioBosque Programms in Ecuador
Fallstudie: Consentimiento Libre, Previo e Informado en el Proceso Nacional de Preparación para REDD+ en Honduras
Fallstudie: Beteiligung und Rechte lokaler und indigener Gemeinschaften in Aufforstungsmaßnahmen der KfW-Entwicklungsbank in Vietnam
Studie: Waldschutzvorhaben im Rahmen der Klimapolitik und die Rechte indigener Völker

Beiträge zum Thema Wald und Waldschutz

REDD Early Movers – Ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?

REDD Early Movers – Ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?

Vor kurzem ist der Bericht “REDD Early Movers – ergebnisbasierte Zahlungen ohne klimarelevante Ergebnisse?” erschienen, der von ARA, FDCL, infoe und dem Klima-Bündnis herausgegeben wurde.
Gemeinsam mit Norwegen und Großbritannien zählt Deutschland zu den wichtigsten staatlichen Finanzierern des Wald- und Klimaschutzinstruments REDD. REDD steht für Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation – die Minderung von Emissionen aus Entwaldung und durch Waldnutzung, die den Wald schädigt. Die Bundesregierung unterstützt zahlreiche REDD-Initiativen, unter anderem das von der KfW Entwicklungsbank verwaltete Programm REDD Early Movers. Der Bericht zeigt die Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit von REDD+-Programmen auf.

Abschlussbericht Projekt ‚Indigene Völker und Wald‘

Das Projekt zur Förderung der Beteiligung und der Rechte indigener Völker in Waldklimaschutzvorhaben ging im Oktober 2015 zu Ende. Die entwicklungspolitische Bildungsarbeit dieses Projekts, mit der im März 2012 begonnen wurde, umfasste zwei Phasen, in...

Vertreter indigener Völker warnen in Europa vor Auswirkungen von Palmölgewinnung

Vertreter indigener Völker warnen in Europa vor Auswirkungen von Palmölgewinnung

Vom 27. April bis zum 4. Mai 2016 werden indigene Vertreter aus den Tropenwaldländern in Asiens, Afrikas und Südamerikas Brüssel, die Niederlande, Deutschland und Großbritannien bereisen, um bei hochrangigen Politikern und Entscheidungsträgern Bewusstsein für die Folgen zu wecken, die Palmölanbau für die indigenen Völker ihrer Länder hat.

Wer: Franky Samperante und Agus Sutomo aus Indonesien; Ali Kaba aus Liberia; Robert Guimaraes Vasquez und Sedequías Ancon Chávez aus Peru; und Willian Aljure aus Kolumbien
Wann: Mittwoch, 27. April bis Mittwoch 4. Mai 2016
Wo: Mehrere Veranstaltungsorte in Brüssel, Den Haag, Rotterdam Hafen, Bonn, Köln und London

Europas steigende Nachfrage nach Palmöl bedroht die Lebensgrundlagen und das Dasein vieler indigener und Wald vom abhängiger Gemeinschaften in der ganzen Welt. Die schnelle und aggressive Expansion industrieller Ölpalmenplantagen und der damit verbundenen Verarbeitungsfabriken zur Befriedigung der Nachfrage  globaler Märkten nach Speiseölen und Biokraftstoffen erzeugt mehrere Landkonflikte, Vertreibungen, Menschenrechtsverletzungen, Klimaschäden, Waldverlust und Umweltschäden in Südostasien, Lateinamerika und Afrika.

Europa ist ein wichtiger Importeur von Palmöl und damit ein Verursacher der damit verbundenen Abholzung. Palmöl ist in jedem zweiten Produkt in unseren Supermärkten enthalten. Aus Palmöl werden wichtigste Zutaten für Hunderte von verarbeiteten Lebensmitteln, einschließlich Margarine, Schokolade und Eis erzeugt. Palmöl istauch weit verbreitet in industriellen Schmierstoffen, Kosmetika, Shampoos und Waschmitteln sowie in Biokraftstoffen. Betroffene Gemeinschaften und die Zivilgesellschaft in den Erzeugerländern beklagen, dass die derzeitigen freiwilligen Initiativen der Industrie, wie der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) und umstrittene Klimastandards wie die International Sustainability & Carbon-Certication (ISCC) nicht ausreichen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Sie und die mit ihnen verbündeten europäischen Nichtregierungsorganisationen erklären, dass eine robustere Regulierung der Palmölprodukte , die in die Europäische Union kommen benötigt wird, um die Rechte indigener Völker und die Wälder von denen weltweit 1,5 Milliarden Menschen als Quelle von Nahrung, Wasser, Sicherheit, Niederschlägen und sauberer Luft abhängen, effektiv zu schützen.

Weitere Details und Kontaktinformation finden Sie in englischer Sprache auf der Website des Forest Peoples Programme