Veranstaltungen

Tagung: Rohstoffausbeute und indigene Rechte in der Transformation 8.-10. November
Tagung: Rohstoffausbeute und indigene Rechte in der Transformation 8.-10. November

Werden die Regeln eingehalten oder versucht man sie zu umgehen, um die Unternehmen nicht zusätzlich zu belasten. Werden sie als ein Instrument der demokratischen Teilhabe verstanden oder eher als eine lästige Pflichtaufgabe, die nur abgehakt werden muss, um das Projekt in seiner ursprünglichen Form durchzuführen. Die zunehmenden gewaltsamen Konflikte und öffentlichen Anfeindungen, die in vielen Ländern den indigenen Gruppen entgegengebracht werden, zeigen, dass es nicht nur ausreicht Regeln zu beschließen sondern diese müssen auch im Bewusstsein und dem Handeln der politischen Akteure und Strukturen verankert sein.

In unserer diesjährigen Tagung möchten wir aus konkreten Erfahrungen von Konsultationsprozessen in verschiedenen Ländern lernen, wo die Hindernisse für die Umsetzung von völkerrechtlich verankerten Mindeststandards wie dem Recht auf Konsultation und freie vorherige und informierte Zustimmung, wie sie u.a. in der ILO-Konvention 169 und der Erklärung der Vereinten Nationen über die Rechte indigener Völker  dargelegt sind, liegen. Auf der anderen Seite sollen positive Beispiele zeigen, wie Konsultationsprozesse mit indigenen Gemeinschaften im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten rechtlich und sozio-kulturell angemessen und so u.a. auch in wirtschaftlicher Hinsicht langfristig nachhaltig durchgeführt werden können.

Wir freuen uns auf spannende Diskussionen und einen anregenden Austausch. Weitere Informationen finden Sie im Programm (click here for the English version) der Tagung. Anmeldungen richten Sie bitte direkt an die Evangelische Akademie Villigst: E-Mail: gabriele.huckenbeck@kircheundgesellschaft.de

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.
Sabine Schielmann für INFOE

Indigene Perspektiven auf dem Weg nach Rio - 16.05.2012
Indigene Perspektiven auf dem Weg nach Rio - 16.05.2012

Indigene Perspektiven auf dem Weg nach Rio+20
16. Mai 2012, 16.30Uhr, Universität zu Köln – Senatssaal
Hauptgebäude – Albertus-Magnus-Platz

Ist der Regenwald noch zu retten?
Ist der Regenwald noch zu retten?

Ist der Regenwald noch zu retten?

Vom Leben und Überleben indigener Völker
im Konflikt zwischen Ölförderung und Umweltschutz im ecuadorianischen Amazonastiefland

Vortrag von Philip Gondecki im Gemeindehaus Markt, Goch

Im Kontext dynamischer Globalisierungsprozesse führen die ökologischen und sozialen Auswirkungen der Erdölförderung im ecuadorianischen Amazonastiefland zu komplexen Konflikt- und Wandlungsprozessen. Diese betreffen insbesondere die Lebensräume und Lebensweisen der lokalen indigenen Bevölkerung und führen einerseits zu Anpassungszwängen, andererseits eröffnen sie neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten.

Der Vortrag fokussiert die Interessenkonflikte zwischen Ölförderung und Umweltschutz im Yasuni Nationalpark, einem weltweit einmaligem Zentrum der Biodiversität, den es im Spannungsfeld zwischen lokaler und globaler Ebene als Kontakt- und Konfliktzone vielfältiger Akteure und Interessen zu verstehen gilt.

Als lokale Bevölkerung des Yasuni steht das indigene Volk der Waorani im Mittelpunkt des Vortrags, der sich aus ethnologischer Perspektive mit der Geschichte und Gegenwart Amazoniens auseinandersetzt, Einblicke in die sich wandelnde Lebenswelt und Kultur der Waorani gibt und die Herausforderungen ihrer Überlebensstrategien zwischen Tradition und Moderne erläutert.

Im Hinblick auf die zunehmende Erschließung Amazoniens für die Ölförderung und Ressourcenausbeutung und die damit einhergehende Zerstörung der Regenwälder und Lebensräume indigener Völker, wird auch die Frage unserer globalen Verantwortung diskutiert.

Am Beispiel des Verbands der Waorani-Frauen[1], die sich gegen die negativen Auswirkungen der Ölförderung in ihrem Territorium im Yasuni wehren und sich über den Verkauf ihres Kunsthandwerks aus nachhaltig genutzten Ressourcen des Waldes finanzieren, werden Perspektiven und Möglichkeiten internationaler Solidarität und Zusammenarbeit aufgezeigt, um die indigenen Völker Amazoniens in der Umsetzung ihrer Lebensprojekte im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung zu unterstützen und einen Beitrag zum Erhalt der biologischen und kulturellen Vielfalt unserer Erde zu leisten.


[1]Asociación de Mujeres Waorani de la Amazonía Ecuatoriana (AMWAE), http://waoraniwomen.org/eng/index.html (27.03.2012).

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